Wasserstadt Leipzig: Das letzte Stück des Elstermühlgrabens ist freigelegt
Eine Wasserverbindung von Leipzig über Halle bis an die Nordsee entsteht
Leipzig (pts020/16.09.2026/14:05)
Mit der Offenlegung des letzten verbliebenen Stücks des Elstermühlgraben erfährt der Wassertourismus in Leipzig eine neue Qualität. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit haben Oberbürgermeister Burkhard Jung und Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter am 14. September 2026 den letzten Kilometer des Gewässers zwischen Elsterstraße und Lessingstraße für den Bootsverkehr freigegeben. Damit öffnet sich jetzt ein neuer Wasserweg von der Innenstadt Richtung Nordwesten in die Weiße Elster und weiter in die Saale bis nach Halle.
Es entsteht ein neuer Wasserweg mit 7 bis 10 Metern Breite. Karl Heines Vision wird damit – zumindest für Freizeitkapitäne – Wirklichkeit: Eine Wasserverbindung von Leipzig über Halle an die Nordsee. Dieser Kurs kann allerdings nur mit muskelbetriebenen Booten befahren werden. Außerdem ist es notwendig, die Boote einige Male umzutragen. Auch Sperrzeiten aufgrund des Naturschutzes sind zu beachten.
Dazu sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung: "Vor 25 Jahren stand hier nichts weiter als eine kühne Vision: Den Elstermühlgraben ans Licht holen, der Stadt ihren Flusslauf zurückgeben und damit die Stadt lebendiger und grüner zu gestalte. Es brauchte damals enorme Vorstellungskraft, um sich diese grün-blaue Ader vorzustellen, an der wir heute stehen."
Während des Festaktes wurde auch das sanierte Poniatowski-Denkmal neu aufgestellt, das im Rahmen der Offenlegung abgebaut werden musste. Durch seine neue Orientierung zum Fluss und nunmehr Teil der neu geschaffenen Uferpromenade hat es eine gestalterische Aufwertung erfahren.
Stanisław Kracik, Krakaus amtierender Stadtpräsident: "Die erneute Enthüllung des restaurierten Denkmals für Fürst Józef Poniatowski in Leipzig ist ein bedeutendes Zeichen des Gedenkens und des Respekts vor der gemeinsamen Geschichte Polens, Sachsens und Europas. Poniatowski, der eng mit Krakau verbunden war und in der Völkerschlacht bei Leipzig fiel, steht bis heute für Mut, Ehre und den Einsatz für die Freiheit. Sein Andenken wird hier in Leipzig bewahrt und die Geschichte, die die Schicksale unserer beiden Städte miteinander verbindet."
Hintergrund: Der Elstermühlgraben in Leipzig ist ein etwa 4.000 Meter langer künstlicher Nebenarm der Weißen Elster. Er wurde im 12. Jahrhundert angelegt, um Wasser für den Betrieb von Mühlen zu nutzen. Er verläuft durch das Leipziger Stadtgebiet. Im 20. Jahrhundert (besonders in den 1960er-Jahren) wurden Abschnitte des Flusses verrohrt und überbaut. Seit 2005 hat die Stadt an der schrittweisen Freilegung und Revitalisierung des Gewässers gearbeitet.
Weitere Informationen: www.leipzig.de/elstermuehlgraben
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