pts20041008037 in Leben
Was bestimmt Gesundheit?
Auswirkungen von klimatischen Veränderungen auf die Gesundheit
Kongresszentrum Bad Hofgastein (pts037/08.10.2004/18:07)
7. European Health Forum Gastein 2004"Globale Herausforderungen für die Gesundheit
Europäische Zugänge und Verantwortlichkeiten"
Was bestimmt Gesundheit?
Auswirkungen von klimatischen Veränderungen auf die Gesundheit
Medieninformation am 8. Oktober 2004
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"Hitzewelle in Spanien fordert erstes Opfer", "NASA-Forscher verbinden El Nino mit tödlicher Krankheit in Südamerika" - solche Zeitungsmeldungen schockieren. Hitzewellen, Kälteperioden, Malariaepidemien und Zecken haben anscheinend mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick glaubt. Sie sind direkte bzw. indirekte Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit. "Schwere Überschwemmungen, Stürme sowie Hitze- und Kältewellen haben während der letzten Jahre in Europa zu einschneidenden politischen, sozialen sowie umwelt- und gesundheitsbezogenen Konsequenzen geführt", erläuterte Fachreferentin Bettina Menne vom Europäischen WHO-Zentrum in Rom gestern, 7. Oktober 2004 beim 7.Euroepan Health Forum Gastein 2004.
Direkte Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit
Bereits in den vergangenen Jahren forderten Hitze- und Kältewellen auch in Europa Todesopfer. Die Hitzewelle im Sommer 2003 forderte 10.000 Todesopfer alleine in Frankreich. Die höchste Mortalitätsrate wird an ausgeprägten Hitzetagen erreicht. Bei einer Temperaturerhöhung um 2,5 Grad Celsius erhöht sich die Zahl der Todesfälle um 9600.
Indirekte Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit
Noch von größerer Bedeutung als die direkten werden die indirekten Auswirkungen einer Klimaänderung auf die Gesundheit sein, vor allem bei Krankheiten, die durch verschiedene Überträger verursacht werden. Bei Malaria beispielsweise liegt die Temperaturgrenze bei 15 bis 19 Grad im unteren Bereich und bei 33 bis 39 Grad im oberen Bereich. Eine Erwärmung im unteren Bereich kann deutliche Folgen für die Krankheitsübertragung haben. In Europa starben in den vergangenen sieben Jahren 23 Menschen an Plasmodium falciparum malaria, die aus tropischen Ländern in den europäischen Raum eingeschleust wurde. Man spricht in diesen Fällen von einer "airport malaria". Sehr verbreitet ist in Mitteleuropa die so genannte "Zeckenkrankheit" oder Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME): In Österreich gab es im vergangenen Jahr 82 FSME-Fälle, in Deutschland erkrankten gar 275 Menschen an FSME. "Es gibt bereits erste Fälle in der italienischen Toskana. Es ist zu erwarten, dass auch Frankreich in Zukunft Probleme bekommt", berichtet der österreichische Reise- und Tropenmediziner Herwig Kollaritsch.
Wie reagieren Gesundheitsinstitutionen?
Als Antwort auf diese Ereignisse konzentrieren sich die Gesundheitsbehörden zusammen mit den meteorologischen Diensten zunehmend auf die Entwicklung geeigneter Strategien und Maßnahmen zur Vermeidung negativer Auswirkungen extremer Wetter- und Klimabedingungen auf die Gesundheit, so Referentin Bettina Menne. In Frankreich wurden zum Beispiel rund 500 Millionen Euro für Reaktionsplanung gegen Hitzewellen investiert. In Portugal wurde ein Überwachungssystem für Sterbefälle erarbeitet. Gibt es ungewöhnlich viele Todesfälle, kann untersucht werden, ob sie in Verbindung zu einer Hitzewelle stehen. (Ende)
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