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pte20201111015 Forschung/Entwicklung, Technologie/Digitalisierung

VR-Neuheit: Nutzer können sich Avatar teilen

Japanische und französische Forscher kreieren "völlig neue Möglichkeit der Zusammenarbeit"


Testpersonen im VR-Labor: neue Anwendungsfelder möglich (Foto: tut.ac.jp)
Testpersonen im VR-Labor: neue Anwendungsfelder möglich (Foto: tut.ac.jp)

Montpellier/Tokio/Toyohashi (pte015/11.11.2020/11:30) - Wissenschaftler aus Japan und Frankreich haben eine neue Form der Kollaboration in der virtuellen Realität (VR) entwickelt. Dort soll es zwei oder mehreren Nutzern bald möglich sein, sich ein und denselben Avatar zu teilen. Dieser lässt sich gleichzeitig von unterschiedlichen Personen steuern, deren Bewegungen aus der realen Welt per Motion Capturing eingefangen und in die digitale Umgebung übertragen werden.

Interaktion auf neuem Level

"Interaktionen, die mithilfe von Avataren in virtuellen Welten erfolgen, werden als wichtige Möglichkeit betrachtet, wie Menschen in der Zukunft miteinander kommunizieren können", zitiert "TechXplore" Michiteru Kitazaki, Professor an der Toyohashi University of Technology http://www.tut.ac.jp . Gemeinsam mit Kollegen der Keio University http://keio.ac.jp , der University of Tokyo http://www.u-tokyo.ac.jp und des Laboratoire d'informatique, de robotique et de microélectronique de Montpellier http://lirmm.fr habe man nun eine ganz neue Methode erfunden, um diese Interaktion auf ein neues Level zu heben.

"In einer virtuellen Umgebung kann man das Aussehen eines Körpers durch verschiedene Avatare beliebig verändern", erklärt der Forscher. Die Ergebnisse seiner jüngsten Studie würden zeigen, dass sich zwei oder mehrere Personen auch ein und denselben Avatar teilen könnten. "Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit", betont Kitazaki. Diese neue Form der Kollaboration habe gleich mehrere Vorteile: Sie verbessert die Reaktionszeit, schärft die Bewegungen des Avatars und fördert psychologisch gesehen den Kooperationswillen der Teilnehmer.

"Überragende Reaktionszeiten"

Bei den Experimenten hat das internationale Forscher-Team die Bewegungen von zwei Testpersonen detailgetreu per Motion-Capturing-Verfahren überwacht und in digitaler Form auf eine virtuelle Figur übertragen. Die Bewegungen, die diese ausführte, spiegelten dabei einen Mittelwert wider, der aus den zwei erfassten Datenströmen zu den Bewegungen der realen Personen berechnet wurde. Die Testpersonen erzielten laut Kitazaki mit dem geteilten Avatar "überragende Reaktionszeiten", die deutlich über den Vergleichswerten bei individuellen Avataren liegen. Auch war die Bewegung der Hand des geteilten Avatars deutlich gradliniger und nicht so ruckartig wie bei einzeln gesteuerten Figuren.

(Ende)
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