pte19980120006 in Business
Verjüngungskur für Eizellen
Neues Verfahren verspricht älteren Frauen fruchtbare Eizellen
New York (pte) (pte006/20.01.1998/09:36)
New Yorker Mediziner vom Cornell Medical Center entwickeln einen neuen Ansatz, der Frauen jenseits der 40 zu einer sicheren Schwangerschaft verhelfen soll. Bisher waren viele dieser Patientinnen auf gespendete Eizellen jüngerer Frauen angewiesen."Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen werden wir von mehr und mehr Frauen über 40 konsultiert", konstatiert Granpiero Palermo vom Cornell Medical Center in New York. Nach ihrer Selbstverwirklichung im Arbeitsleben entdeckten sie oft den späten Kinderwunsch. Scheidet eine Adoption aus, so konnten Mediziner bislang oft nur mit gespendeten - fremden - Eizellen helfen.
Das Hauptproblem, so Palermo, liege nicht im Kern, sondern im Zellplasma der Eizellen. Es sei im Laufe der Jahr immer weniger in der Lage, bei der Aktivierung der ruhenden Zellen in der Reifeteilung, die Chromosomen richtig auf die Tochterzellen zu verteilen. Dadurch erhielten die befruchtungsfähigen Zellen zu viele oder zu wenige Chromosomen. In der Folge entstehen Entwicklungsstörungen des Feten.
"Wir versuchen den Kernen neues Zellplasma zu verschaffen", erklärt Palermo. Dazu saugen die Forscher den Kern aus einer unreifen Zelle und übertragen ihn auf eine Spendereizelle einer jüngeren Frau, aus der das Erbmaterial zuvor entfernt wurde. Der Vorgang gleicht dem des Klonens, mit dem Unterschied, daß sich aus dieser Zelle erst nach einer Befruchtung ein Lebewesen entwickeln kann. Das Verfahren verlief im Tierversuch mit Mäusen erfolgreich.
Derzeit versucht Palermo die Prozedur auf Eizellenvorläufer zu übertragen, die bei der künstlichen Befruchtung manchmal mit entnommen werden. Ob die Methode letztendlich funktioniert, wagt der Reproduktionsmediziner nicht vorherzusagen. Allerdings sieht auch er die Gefahr des Mißbrauchs der Technik zum Klonen menschlicher Embryonen. Dazu Palermo: "Wir wollen eine Eizelle heilen und dann das Baby über eine natürliche Befruchtung zeugen." [Quelle: Volkart Wildermuth, Granpiero Palermo] (Ende)
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