pte19980109007 in Business
Vererbbarer Schutz vor Aids entdeckt
Seltene Genmutation verhindert Eindringen der Viren
Paris (pte) (pte007/09.01.1998/11:48)
Französische Forscher haben eine zweite genetische Mutation entdeckt, die in Kombination mit einer schon bekannten Anomalie Resistenz gegen das HI-Virus bietet. Damit kann ein natürlicher Schutz gegen Aids vermutlich vererbt werden. Im britischen Medizinjournal "The Lancet" berichten die Wissenschaftler, sie hätten unter 18 Männern einer Risikogruppe einen Mann gefunden, der trotz wiederholten geschlechtlichen Kontakts mit dem Aidsvirus nicht infiziert wurde. Dessen Vater und Schwester trügen beide Mutationen, was den Schluß nahelege, daß der Schutz über die Gene weitergegeben worden sei.Nach bisherigen Erkenntnissen haben manche Menschen eine Resistenz gegen das Aidsvirus, wenn sie zwei Mutationen vom Typ Delta 32 in beiden Kopien eines Gens aufweisen. Das Team von Luc Montagnier, dem Mitentdecker des Aidserregers am Pasteur-Institut, und Alberto Beretta vom St.-Josephs-Krankenhaus in Paris fand nun heraus, daß es eine Mutation namens m303 gibt, die zusammen mit der Mutation Delta 32 denselben Effekt hat. Das Aidsvirus kann sich das veränderte Eiweiß CCR5 nun offenbar nicht mehr gefügig machen.
Die Forscher fanden unter 209 gesunden Blutspendern drei mit der m303-Mutation. Der natürliche HIV-Schutz kommt daher vermutlich nicht nur in einem verwandten Familienstrang vor. Die Präsenz der Mutation sollte in Westeuropa merklich vorhanden sein, wie die Wissenschaftler in "Lancet" schreiben. Die Entdeckung könnte in Zukunft möglicherweise zu einer neuen Therapie gegen Aids führen, wenn es gelänge, das mutierte Eiweiß nachzubauen und bei Erkrankten an die richtige Stelle im Körper einzuschleusen. (Ende)
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