pte20000614010 in Forschung
Ultrakurzgepulster Laser schneidet durch Biomaterial
Human-Chromosom 1 mit Nano-Laserskalpell durchschnitten
Jena (pte010/14.06.2000/11:00)
Am Institut für Anatomie II der Friedrich-Schiller-Universität http://www.uni-jena.de/ hat ein Team um PD Dr. Karsten König die weltweit feinsten kontaktfreien Laser-Schnitte durch biologisches Material ausgeführt. Nur 110 Nanometer - elfmillionstel Zentimeter - schmale Kerben schnitten die Wissenschaftler in ein menschliches Chromosom 1 mit ihrem Nano-Laserskalpell. Dieses neuartige Hightech-Instrument gilt als einekünftige Schlüsseltechnologie für die Genetik, Tumortherapie, Neurochirurgie und in der Augenheilkunde."Derzeit experimentieren wir noch mit präparierten Chromosomen und mit speziell im Labor gezüchteten lebenden Zellen", erklärt Dr. König, "prinzipiell sind wir bereits in der Lage, chirurgische Eingriffe in Zellkernen oder in anderen Bestandteilen lebender Zellen vorzunehmen." Das Jenaer Skalpell funktioniert mit Hilfe eines hochintensiven, ultrakurzgepulsten Lasers. Im Fokus des Lichtstrahls entsteht ein heißes Plasma, ähnlich wie im Inneren der Sonne - allerdings nur in einem winzigen Bereich von weniger als einem billiardstel Liter Volumen (10 hoch minus 16). "Wir arbeiten im nahinfraroten Spektrum", erläutert Karsten König, "das bedeutet, dass wir nicht nur an der Oberfläche agieren, sondern bis zu unserem Operationsgebiet auch mehrere Zellschichten unbeschadet durchdringen können."
Noch ist die Nano-Laserchirurgie lediglich Forschungsmethode. Die Experten hoffen aber, schon bald gezielt vereinzelte Krebszellen per Laserstrahl außer Gefecht zu setzen oder in der Augenheilkunde kleinste Korrekturen der Netzhaut äußerst präzise und narbenfrei ausführen zu können. Auch für das breite Feld der Gendiagnostik und -therapie soll das Nano-Laserskalpell künftig zum Instrumentarium gehören. Ansprechpartner: PD Dr. Karsten König Institut für Anatomie II der Universität Jena, E-Mail: kkoe@mti-n.uni-jena.de (idw) (Ende)
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