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pte20190614021 Auto/Verkehr, Computer/Telekommunikation

Uber: Selbstfahrende Autos werden "gemobbt"

Fußgänger stellen sich in den Weg, Autofahrer drängeln, verbale Beleidigungen und obszöne Gesten


Autonomes Auto von Uber ist oft Schikanen ausgesetzt (Foto: uber.com)
Autonomes Auto von Uber ist oft Schikanen ausgesetzt (Foto: uber.com)

San Francisco/Wien (pte021/14.06.2019/12:30) - Autonome Autos von Uber http://uber.com sind täglich Schikanen durch Fußgänger und Autofahrer ausgesetzt. Durch obszöne Gesten und aggressives Fahrverhalten "testen sie die Grenzen von autonomen Autos", meint Eric Meyhofer, Leiter der Abteilung für selbstfahrende Fahrzeuge bei Uber. Es sei erstaunlich, dass Menschen ihren Aggressionen freien Lauf lassen, obwohl sie dabei von den Uber-Autos gefilmt werden.

Fußgänger und Fahrer "böswillig"

"Es handelt sich bei autonomen Autos um eine Neuheit. Menschen tasten sich an Unbekanntes heran, sie sind kritisch und auch ängstlich. Wie ein Kind probieren sie erstmal aus, wie weit sie gehen können. Man bedient hier seinen Spieltrieb, aber auch ihre Zerstörungswut. In Salzburg wurden zum Beispiel einem autonomen Bus Gegenstände wie Restaurantschilder in den Weg gelegt, einfach nur um zu sehen, wie der Bus reagiert", erläutert Marion Seidenberger, Verkehrspsychologin beim ÖAMTC http://oeamtc.at , gegenüber pressetext.

Laut Meyhofer gibt es viele Videoaufnahmen von Fahrern, die Robo-Autos bedrängen und zum Bremsen zwingen, oder ihre Vorfahrt ignorieren. "Die Leute glauben, sie können aggressiver sein, weil wir keine Position dazu einnehmen oder es einfach zulassen", beklagt Meyhofer. Fußgänger rufen den autonomen Autos Beleidigungen nach, machen obszöne Gesten oder stellen sich ihnen sogar in den Weg, um ihre Bremsfähigkeit auf die Probe zu stellen. Meyhofer bezeichnet diese Behandlung als "böswillig".

Gewalt gegen Roboter alltäglich

Seidenberger zufolge denken Menschen nicht an potenzielle Gefahren, wenn sie sich autonomen Autos in den Weg stellen. "Das Risiko bedenkt man in solchen Situationen meistens erst, wenn es zu spät ist. Menschen glauben, sie sind geschickt in der Manipulation von Technologie. Wenn sie sich in einer Gruppe bewegen, ist die Hemmschwelle noch geringer, schließlich wird ihnen dann eine Bühne für solche riskanten Aktionen geboten. Der Einfluss von Alkohol und Drogen kann hier auch ein Faktor sein", sagt die Verkehrspsychologin. Menschen müssten sich aber im Klaren sein, dass Technologie nicht immer funktioniert und dass auch die Künstliche Intelligenz von autonomen Autos einen Ausfall haben kann.

Aggression und Gewalt gegen Roboter ist in den USA nicht neu. 2015 wurde "Hitchbot", ein per Anhalter durch die Staaten nach Kanada reisender Automat, geköpft in einem Straßengraben nahe Philadelphia gefunden. Waymo, Googles hauseigener Service für autonome Autos, hat auch Probleme mit Roboterfeinden. Seit der Service startete, wurden bei mehreren Fahrzeugen die Reifen zerschnitten und sechs von ihnen sogar von der Straße gedrängt. Einem Bericht der "New York Times" zufolge gab es alleine im Bundesstaat Arizona im vergangenen Jahr 20 Fälle von Vandalismus gegen Waymo-Autos.

(Ende)
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