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pte20210503030 Bauen/Wohnen, Unternehmen/Wirtschaft

Trotz Bau-Boom immer mehr Firmen pleite

Branche weist laut neuen Berechnungen des IfM Bonn 2020 die höchste Zahl an Insolvenzen auf


Pleitegeier über Baustelle: viele Insolvenzen (Foto: pixabay.com, Free-Photos)
Pleitegeier über Baustelle: viele Insolvenzen (Foto: pixabay.com, Free-Photos)

Bonn (pte030/03.05.2021/12:30) - Trotz hoher Baunachfrage im Pandemie-Jahr 2020 wurden im Baugewerbe deutschlandweit die meisten Insolvenzanträge gestellt. Dahinter folgen der Handel, das Gastgewerbe sowie die Anbieter von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen sowie von wirtschaftlichen Dienstleistungen. Im verarbeitenden Gewerbe ist die Zahl der Insolvenzanträge 2020 weniger stark gesunken als in der Gesamtwirtschaft. Zu dem Ergebnis kommt das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn http://ifm-bonn.org .

GmbHs stark betroffen

Insgesamt sank die Zahl der Insolvenzanträge für Unternehmen um 15,5 Prozent gegenüber 2019: Bei Unternehmen in der Rechtsform des Einzelunternehmens ist der Rückgang am höchsten (minus 29,1 Prozent), gefolgt von Aktien- (minus 27 Prozent) und Personengesellschaften (minus 12,6 Prozent). Bei den GmbHs sank die Zahl der Insolvenzanträge dagegen nur um 6,3 Prozent.

Der Rückgang der Insolvenzanträge dürfte, so die Ökonomen, einerseits auf die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen im Corona-Jahr und zum anderen auf die verbesserten Rahmenbedingungen in Hinblick auf die Restschuldbefreiung für Selbstständige, die aufgrund der gewählten Rechtsform haftungsbedingt als "natürliche Personen" insolvent werden, zurückzuführen sein.

Auch Hilfen verringern Zahlungsunfähigkeiten, verschleiern laut der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing jedoch Kreditausfälle (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20210326017 ). "Umso bemerkenswerter ist es, dass in 2020 die Anzahl der Insolvenzanträge von Unternehmen mit über 100 Beschäftigten um mehr als 38 Prozent gestiegen ist. Der vergleichsweise geringe Rückgang bei den GmbHs, für die seit Beginn der Corona-Pandemie keine strikte Insolvenzantragspflicht bestand, deutet ebenfalls darauf hin, dass vielfach branchenbezogene Ursachen für die Insolvenzen verantwortlich sind", so IfM-Forscher Peter Kranzusch.

Harter Überlebenskampf

2020 stieg laut IfM-Daten auch die Zahl der Insolvenzverfahren mit einer Eigenverwaltung durch den Schuldner auf 382 (2019: 302). Darunter sind mit 293 Fällen mehrheitlich GmbHs. Nur 17 Einzenunternehmen führten das Insolvenzverfahren in Eigenregie. Laut IfM liegt die durchschnittliche Überlebensrate neu gegründeter Firmen nach fünf Jahren bei 37 Prozent. Allerdings zeigen sich abhängig von der Größe deutliche Unterschiede: So existieren von den Unternehmen, die bei ihrer Gründung keine Beschäftigten haben, nach fünf Jahren nur noch gut ein Drittel, von den Unternehmen mit Beschäftigten hingegen knapp die Hälfte.

(Ende)
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