Staaten können Immobilienpreise stabilisieren
Politische Fehlentscheidungen sorgen laut Studie des King's College London für starke Schwankungen
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Immobilie: Drang zum Kauf eines Eigenheims staatlich regulierbar (Foto: Jana V. M., pixabay.com)
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London (pte002/09.04.2026/06:05)
Die Schwankungen der Immobilienpreise sind weitaus dramatischer als die meisten Menschen glauben, so Forscher des King's College London. Staatliche Maßnahmen spielen dabei eine große Rolle. Die Experten haben die Immobilienmärkte in 23 OECD-Ländern von 1990 bis 2019 untersucht und dabei festgestellt, dass sich die Immobilienpreise in Boom- und Bust-Phasen um fast sechs Prozent pro Jahr verändern, verglichen mit einem langfristigen Trend von nur 2,6 Prozent.
Institutionen fördern Spekulation
"Diese Zyklen sind keine zufälligen Schocks. Sie sind systemisch und werden von Institutionen geprägt, die spekulatives Verhalten fördern", so King's-College-London-Forscher Benjamin Tippet. Mit seinem Team identifiziert er Schlüsselfaktoren, die Immobilienmärkte anfälliger für Spekulationen machen: minimale Steuern auf Immobiliengewinne, die starke Anreize für kurzfristige Investitionen schaffen sowie schwachen Mieterschutz und begrenzten sozialen Wohnungsbau.
Das sorge dafür, dass Menschen verstärkt den Kauf von Immobilien für die Eigennutzung anstreben. Viele würden so zu "defensiven Spekulanten", indem sie übermäßig Schulden machten in der Annahme, dass die Preise weiter steigen werden. Länder mit niedrigeren Grundsteuern verzeichnen deutlich stärkere Schwankungen bei den Immobilienpreisen - etwa 1,85 Prozentpunkte mehr pro Jahr für jede Stufe spekulationsfreundlicherer Politik. Sozialer Wohnungsbau, Mietpreisbindung und Mieterschutz hingegen gehen mit stabileren Immobilienpreisen und weniger Boom- und Bust-Phasen einher, heißt es.
Volatilität lässt sich vermeiden
"Steigende Immobilienpreise kurbeln Konsum und Investitionen an und stützen oft finanzgetriebene Wachstumsmodelle. Doch wenn der Abschwung kommt, drückt der Schuldenabbau die Nachfrage und kann eine anhaltende Stagnation auslösen", ergänzt Tippets Kollege Engelbert Stockhammer. Details sind in der "Socio-Economic Review" nachzulesen.
Für politische Entscheidungsträger sei die Botschaft klar: Volatilität auf dem Wohnungsmarkt sei nicht unvermeidlich. Sie werde durch Entscheidungen zu Besteuerung und Mietregulierung geprägt. "Institutionen sind nicht nur Anker der Stabilität. Sie können auch destabilisierend wirken. Positiv ist jedoch, dass ein System mit hohen Kapitalertragssteuern, sozialem Wohnungsbau und Mieterschutz ein stabileres Wachstum mit sich bringt", unterstreicht Tippet abschließend.
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