pte20000209014 in Forschung
Spritzen durch Tabletten ersetzen
Modell des Proteins PepT1 eröffnet neue Möglichkeiten
Edinburgh (pte014/09.02.2000/10:00)
Wissenschaftler der Heriot-Watt University http://www.hw.ac.uk haben ein dreidimensionales Modell des Proteins PepT1 entwickelt, das in Zukunft den Ersatz von Spritzen durch Tabletten ermöglichen soll. Normalerweise benötigt jeder Wirkstoff, der die Schutzbarrieren des Körpers überwinden soll, ein Protein als Trägersubstanz. Das Protein PepT1 kommt im Darm vor und transportiert nicht nur Nährstoffe, sondern auch Substanzen wie Penizillin ins Blut.Das Wissen um die Struktur des Proteins soll Wissenschaftlern die Möglichkeit geben vorherzusagen, ob ein spezielles Medikament für den Transport mit PepT1 geeignet ist oder nicht. Das bringt zwei entscheidende Vorteile: Bereits vorhandene Medikamente könnten in Zukunft auch in Tablettenform zugänglich werden. Neue Medikamente können bereits auf den Transport mit PepT1 ausgelegt werden.
Patrick Bailey, der Leiter des Forschungsteams, sieht jetzt neue Chancen für Medikamente, die bereits in einem frühen Entwicklungsstadium verworfen wurden, weil sie die Schutzbarrieren des Körpers nicht durchbrechen konnten. Sein Team entwickelt derzeit kleine Moleküle, die erfolgreich mit PepT1 transportiert werden können. Tabletten sind für den Patienten allgemein angenehmer. Bailey weist jedoch auf weiter reichende Konsequenzen hin. Tabletten sind wesentlich billiger und leichter handzuhaben. In Entwicklungsländern stellt die Versorgung mit Spritzen und ihre Entsorgung einen erheblichen Kostenfaktor dar. Durch die verstärkte Verwendung von Tabletten könnten die Kosten wesentlich gesenkt und so mehr Patienten behandelt werden. (nature) (Ende)
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