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USTP – University of Applied Sciences St. Pölten

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Mediabox

pts20260603010 in Forschung

Digitale Produktpässe in der Praxis

USTP unterstützt Industrie mit Expertise und angewandter Forschung


St. Pölten (pts010/03.06.2026/10:17)

Das Institute for Innovation Systems an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten konnte sich in den vergangenen Jahren als kompetenter Forschungspartner, Orientierungshilfe und Wissenstransfer-Schnittstelle auf dem Gebiet des Digitalen Produktpasses (DPP) etablieren. Das umfassende Know-how und die Forschungsergebnisse aus mehreren Projekten fließen nun direkt in die Beratung und Unterstützung produzierender Unternehmen ein.

Der Digitale Produktpass (DPP) ist eines der zentralen Instrumente der Europäischen Union auf dem Weg zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Er bündelt produktbezogene Informationen – von der Herkunft der Materialien über die Zusammensetzung bis hin zu Reparatur- und Recyclingmöglichkeiten – und macht sie für Unternehmen, Behörden und Konsument*innen elektronisch zugänglich. Für produzierende Unternehmen bedeutet dies jedoch erhebliche technische, rechtliche und organisatorische Anpassungen.

Die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten begleitet diese Entwicklung seit mehreren Jahren wissenschaftlich: In einer Grundlagenstudie sowie drei darauf aufbauenden Forschungsprojekten untersucht das Institute for Innovations Systems der USTP, wie Digitale Produktpässe technisch, organisatorisch, rechtlich und wirtschaftlich sinnvoll gestaltet und in die Praxis integriert werden können. Dabei wurden unter anderem Anwendungsszenarien in verschiedenen Branchen erarbeitet und konkrete Prototypen entwickelt. Die gebündelte Expertise steht nun produzierenden Unternehmen zur Verfügung.

"Der Digitale Produktpass ist kein fernes Regulierungsprojekt mehr – er betrifft produzierende Unternehmen jetzt und konkret. Wir haben in den vergangenen Jahren systematisch Wissen aufgebaut, das wir nun gezielt einsetzen, um Unternehmen auf diesem Weg zu begleiten", erklärt Tassilo Pellegrini, Leiter des Institute for Innovation Systems an der USTP.

DPP4E(lectronics): Fokus auf KMU und Dateninfrastruktur

Im Projekt DPP4E wird ein DPP-Prototyp für die Elektronikbranche entwickelt und unter praxisnahen Bedingungen erprobt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die häufig über begrenzte technische und personelle Ressourcen für die DPP-Implementierung verfügen. Das Projektkonsortium umfasst mehrere Unternehmenspartner sowie die Universität für Weiterbildung Krems. DPP4E läuft noch bis September 2026.

ECO-TCO: Vom Produktpass zur wirtschaftlichen Anwendung

Das Projekt ECO-TCO untersucht gemeinsam mit Siemens, wie Daten aus einem DPP für eine ökologisch nachhaltige Produktkonfiguration genutzt werden können. Ziel ist es, Unternehmen in die Lage zu versetzen, ihre Produkte anhand von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance)) und Total-Cost-of-Ownership-Kennzahlen zu vergleichen und zu optimieren – und damit regulatorische Anforderungen proaktiv zu erfüllen. Das Projekt läuft bis März 2027.

DPP4Plastics: Transparenz als Basis für hochwertiges Recycling

Im Projekt DPP4Plastics wurden die spezifischen Anforderungen des DPP für kunststofferzeugende und -verarbeitende Unternehmen untersucht. Im Fokus standen dabei neue Dokumentationspflichten, der Schutz von Betriebsgeheimnissen sowie die Potenziale eines DPP für eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Transfercenter für Kunststofftechnik (TCKT) und der Rechtsanwaltskanzlei Höhne, In der Maur & Partner durchgeführt.

DPP4ALL: Wissenschaftliche Grundlage

Den Ausgangspunkt der Forschungsaktivitäten bildete das Sondierungsprojekt DPP4ALL. Darin wurden erstmals umfassend die technischen, rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für Digitale Produktpässe analysiert. Auf Basis von Dokumentenanalysen, Expert*inneninterviews, einer österreichweiten Konsument*innenbefragung und Fokusgruppen mit Stakeholdern wurden mögliche Anwendungsfelder wie identifiziert.

Online-Galerie: Zwischenergebnisse öffentlich zugänglich

Interessierte Unternehmen und Fachleute können sich einen direkten Eindruck von den Forschungsarbeiten verschaffen: Das Institute for Innovations Systems betreibt eine öffentlich zugängliche Online-Galerie, auf der Zwischenergebnisse, Demonstratoren und Prototypen aus den laufenden und abgeschlossenen Projekten eingesehen werden können. Die Galerie ist hier erreichbar.

Aufruf zur Projektteilnahme: DPP Agents – Agentic AI für den Digitalen Produktpass

Gemeinsam mit dem Mechatronic Cluster der NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus suchen wir interessierte Firmen, die den Einsatz von Agentic AI für DPP Workflows erproben und implementieren wollen. Besuchen Sie eines unserer Info-Webinare:

Weiterführende Informationen

Alle vier Forschungsprojekte wurden durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt und wurden in Kooperation mit Partnerunternehmen umgesetzt. Eine vollständige Auflistung der Partner*innen finden Sie auf der jeweiligen Projektwebseite.

(Ende)
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