pte20260223004 in Forschung

Sprachassistenten sorgen meist für gute Laune

Gelächter durch verpatzte Antworten - Technologie als Katalysator für menschliche Interaktion


Linguist Erik Lagerfeldt im Gespräch mit Sprachassistentin Alexa (Foto: Monica Havström, gu.se)
Linguist Erik Lagerfeldt im Gespräch mit Sprachassistentin Alexa (Foto: Monica Havström, gu.se)

Göteborg (pte004/23.02.2026/06:10)

Alexa und andere Sprachassistenten sind nicht nur hilfreich, sie sorgen in Familien und anderen Lebensgemeinschaften auch für gute Stimmung, die sich meist in herzhaftem Lachen manifestiert. Doch nicht die Technik an sich sorgt für das Amusement, sondern die zuweilen kuriosen Reaktionen auf Spracheingaben, so Erik Lagerstedt von der Universität Göteborg.

Ernstgenommene Technologie

Das Team um Lagerstedt hat Audioaufnahmen von Familien ausgewertet, die seit Kurzem einen Sprachassistenten zu Hause nutzen und sich bereit erklärt hatten, an dem Projekt teilzunehmen. Analysiert worden sind die Situationen, in denen Gelächter auftrat, und die Ergebnisse weisen in eine klare Richtung: Das Gelächter bezieht sich selten auf die Technologie selbst, sondern auf die Patzer, die sich die Künstliche Intelligenz oft leistet.

Gelächter gibt es beispielsweise, wenn der Sprachassistent einen Befehl missversteht, etwas Unerwartetes sagt oder sich aus einer von den Teilnehmern als prüde empfundenen Zurückhaltung weigert, zu antworten. Die Technologie fungiert also eher als Katalysator für menschliche Interaktion denn als eigenständiger Gesprächsteilnehmer, urteilt der Wissenschaftler.

Begeisterung lässt schnell nach

Die Forscher haben auch ein klares Muster darin entdeckt, wie die Technologie im Laufe der Zeit genutzt wird. Zu Beginn stehen Neugier und Begeisterung im Vordergrund. Die Nutzer probieren aus, was sich mit dem Assistenten alles anfangen lässt. Doch schon recht schnell schrumpft die Nutzung auf eine kleine Anzahl von Alltagsfunktionen etwa zum Einstellen eines Timers, zur Herstellung einer Playlist oder das Lauter- und Leiserstellen oder Anhalten von Musik.

"Das steht im Gegensatz dazu, wie die Technologie oft vermarktet wird, mit Versprechungen von fortschrittlichen und spektakulären Funktionen. Menschen neigen stark dazu, Technologie menschliche Eigenschaften zuzuschreiben und zu glauben, dass sie mehr versteht, als sie tatsächlich tut", sagt Lagerstedt. Das sei an sich nicht unbedingt ein Problem.

In Kombination mit einem Design, das angenehm, sozial und ansprechend wirken soll, könne dies jedoch Konsequenzen haben. "Ich glaube, die größten Risiken entstehen, wenn die Technologie Verständnis zu zeigen scheint. Soziale Technologie kann dazu führen, dass Menschen ihre Wachsamkeit verringern und ihr mehr vertrauen oder bereit sind, mehr Geld auszugeben, als sie eigentlich vorhatten", erläutert Lagerstedt abschließend.

(Ende)
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