pte19980127005 in Business
Sport hält auch das Gehirn fit
Dichte der Blutgefäße und Durchblutung nehmen zu
London (pte) (pte005/27.01.1998/09:27)
Bei Joggern fließt mehr Blut durch das Gehirn als bei trägen Mitbürgern, die lieber im Sessel liegen. Davon ist zumindest US-Forscher Rodney Swain überzeugt, der in seinem Labor lauffreudige und faule Ratten miteinander verglichen hat. Von Swains Forschungen berichtet der "New Scientist" in seiner jüngsten Ausgabe.Hirnforscher wissen schon lange, daß Bewegung bei jungen Ratten die Durchblutung des Gehirns fördert. Bei aktiven Jungtieren bilden sich zahlreiche haarfeine Blutgefäße, die das Hirn mit zusätzlichem Sauerstoff versorgen. Bisher glaubten die Wissenschaftler, daß dies ausschließlich bei jungen Ratten der Fall ist. Daher überrascht Swains Behauptung, daß auch Ratten im mittleren Alter noch die Durchblutung ihres Gehirns durch körperliche Anstrengung steigern können.
Er untersuchte fünfzig Ratten, denen er ein Laufrad in den Käfig montiert hatte. Die aktivste Ratte legte darin täglich stolze zehn Kilometer zurück. Die faulste lediglich 176 Meter. Swain durchleuchtete das Gehirn der Ratten mit einem Magnetenzephalographen, um den Blutfluß zu verfolgen. Außerdem entnahm er Gewebe, färbte es ein und zählte die feinen Blutgefäße. Er fand heraus, daß aktive Ratten bereits am dritten Tag in einigen Arealen ihres Gehirns 15 Prozent mehr Blutgefäße besaßen.
Dazu gehörte vor allem der Teil der Roßhirnrinde, der Bewegungen des Körpers steuert, sowie das Kleinhirn, das für eine ständige Feinabstimmung von Bewegungen sorgt. Swain beobachtete, daß die sportlichen Ratten nochmals aktiver wurden, nachdem der Blutfluß im Gehirn zugenommen hatte. Die Dichte der Blutgefäße blieb nach den ersten drei Tagen allerdings konstant und nahm trotz der gesteigerten Aktivität der Ratten nicht mehr zu.
Swain ist sicher: Ähnliches gilt auch für den Menschen. Vermutlich nimmt bei jedem, der sich für regelmäßigen Sport entscheidet, die Dichte der Blutgefäße im ersten Monat zu. Eine solche belebende Wirkung für das Gehirn vermutet Swain nicht nur beim Sport, sondern auch bei angestrengtem geistigem Arbeiten. Dabei erhöht sich nach seiner Meinung die Durchblutung aller Hirnteile, die an den Denkprozessen teilnehmen. "Dies könnte helfen, den Schwund geistiger Kraft im Alter abzublocken," erklärt Swain. "Wenn man die Krankheit Alzheimer studiert oder einige andere Leiden des Geistes, findet man vor allem eine Abnahme in der Durchblutung des Gehirns." [Quelle: Andreas Wawrzinek, New Scientist] (Ende)
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