Spielsucht ist laut Forscher-Team ansteckend
Laut neuer Studie aus Tampere und Bath wirken starke familiäre Beziehungen effektiv dagegen
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Spielautomaten: Sucht kann sich auf Freunde übertragen (Foto: Maya, pixabay.com) |
Tamperer/Bath (pte001/22.01.2026/06:00)
Menschen, die enge Kontakte zu Spielsüchtigen pflegen, werden mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls spielsüchtig. Das zeigt eine internationale Studie unter der Leitung von Forschern der Tampere University. Auch Kollegen der University of Bath waren daran beteiligt. Analysiert worden sind die Daten von 1.530 Erwachsenen. Konkret ist problematisches Glücksspiel innerhalb der Familie oder des Freundeskreises und dessen Folgen auf eigene Verhalten untersucht worden.
Probanden achtmal befragt
Die Probanden wurden zwischen 2021 und 2024 acht Mal im Abstand von je sechs Monaten zu ihrer Beziehung zu problematischem Glücksspiel und ihren sozialen Verbindungen befragt. Auf diese Weise wollten die Forscher Veränderungen und Muster über den gesamten Studienzeitraum hinweg verfolgen. Mittels fortschrittlicher statistischer Modelle fanden sie heraus, dass Personen eher Glücksspielprobleme entwickeln, wenn ein Familienmitglied oder Freund ebenfalls darunter leidet.
Ein Trost laut dem Wissenschaftler-Team: Hatten diese Personen starke Beziehungen zu Familienmitgliedern, die nicht gefährdet waren, gerieten sie selbst seltener in Gefahr spielsüchtig zu werden. Enge Beziehungen zu unbelasteten Freunden hatten bei Weitem nicht die gleichen positiven Auswirkungen, so die Forscher.
Parallelen zur Alkoholsucht
Die Autoren schlagen vor, dass Programme zur Verringerung der Schäden durch Glücksspiel nicht nur auf Einzelpersonen abzielen, sondern auch die schützende Wirkung positiver familiärer Beziehungen stärker nutzen sollten, um das Risiko zu mindern. "Es ist seit Langem bekannt, dass sich alkoholbedingte Probleme in Familien auf andere Mitglieder übertragen", sagt Richard Velleman, Psychologie in Bath.
"Diese Untersuchung zeigt, dass dies auch beim Glücksspiel der Fall ist. Das ist eine wichtige Erkenntnis, da viele Menschen Glücksspielprobleme nicht mit Alkohol- oder Drogensucht gleichsetzen. Dabei kann Glücksspiel ebenfalls zu schwerwiegenden Problemen führen, die Einzelpersonen und Familien ernsthaft schaden", ergänzt der Forscher.
Und Emmi Kauppila, Doktorandin von der Universität Tampere, ergänzt: "In dieser Arbeit zeigen wir, dass Probleme im Zusammenhang mit Glücksspielen innerhalb von Familien und engen Beziehungen ähnlich wie alkohol- und drogenbedingte Schäden auftreten. Dabei geht es nicht nur um individuelles Verhalten, sondern auch um gemeinsame Umgebungen, Stressfaktoren und soziale Dynamiken."
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