pte20260224002 in Forschung

Soziale Medien fördern Nutzung von Anabolika

1.500 Probanden aus Kanada und den USA analysiert - Forscher für bessere Präventionsmaßnahmen


Durchtrainiert: Soziale Medien fördern den Wunsch nach der
Durchtrainiert: Soziale Medien fördern den Wunsch nach der "Traumfigur" (Foto: Sunrise, pixabay.com)

Toronto (pte002/24.02.2026/06:00)

Männliche Jugendliche und junge Männer, die überdurchschnittlich viel Zeit in den sozialen Medien verbringen, sind anfälliger für die Einnahme von anabolen androgenen Steroiden (AAS). Diesen Zusammenhang hat Kyle T. Ganson von der University of Toronto belegt. Das Team hat Daten von 1.500 Probanden aus Kanada und den USA analysiert. Im Social Web werden ihnen oft muskulöse Körper präsentiert, sodass sie sich mit diesen Bildern vergleichen und feststellen, dass zwischen beiden Aussehen Welten liegen. Diese versuchen sie dann mit AAS zu überbrücken.

Anabolika dienen als Lückenfüller

Die Dauer, die die Probanden mit sozialen Medien verbringen, erzählt jedoch nicht die ganze Geschichte. Teilnehmer, die mehr Symptome einer Social-Media-Sucht aufweisen, haben oft eine höhere Absicht, AAS zu verwenden. Ebenso haben jene, die häufiger muskulöse, schlanke oder athletische männliche Körper sowie Werbung oder Inhalte zur Förderung von Muskelaufbaupräparaten und -medikamenten betrachten, eine deutlich stärkere Absicht zur AAS-Verwendung, heißt es.

Die Konfrontation mit Inhalten, die Muskelaufbau-Präparate bewerben, zeigt Ganson zufolge den stärksten Zusammenhang von allen. Darüber hinaus würden junge Männer, die ihren Körper häufig mit dem anderer in den sozialen Medien vergleichen, eine höhere Absicht zur Verwendung von AAS angeben.

Herzleiden und Hormonstörungen

"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir über die Zeit hinausblicken müssen, die Jungen und junge Männer online verbringen, um zu verstehen, wie ihre Nutzungsmuster ihr Gesundheitsverhalten beeinflussen können, einschließlich der Erwägung der Verwendung von anabolen androgenen Steroiden", unterstreicht Ganson.

AAS bergen erhebliche Risiken für die körperliche und geistige Gesundheit, darunter Herz-Kreislauf-Komplikationen, Hormonstörungen, Stimmungsschwankungen und potenzielle Abhängigkeit. "Wir müssen verstehen, was Jungen und Männer sehen, wie oft sie sich mit anderen vergleichen und wie normalisiert die Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten im digitalen Raum geworden ist", ergänzt der Wissenschaftler.

Den Forschern nach sollten Präventionsmaßnahmen nicht nur die Bildschirmzeit, sondern auch die Medienkompetenz, digitale Marketing-Praktiken und den sozialen Druck, der in der Online-Fitnesskultur verankert ist, berücksichtigen. Ganson: "Wir brauchen Strategien, die Jungen und jungen Männern helfen, Muskelideale und die Werbung für Nahrungsergänzungsmittel kritisch zu bewerten und gleichzeitig ein gesünderes, flexibleres Verständnis von Männlichkeit und Körperbild zu fördern, was zur Risikominderung beitragen kann."

(Ende)
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