pts20000319014 in Business
Seminar: Selbstständigkeitsmodell mit Vorbildwirkung
Tiroler Unternehmen macht Mitarbeiter zu "MitUnternehmern"
Innsbruck (pts014/19.03.2000/13:45)
Die Tiroler Firma STASTO http://www.stasto.com startete vor einigen Jahren ein Beteiligungsmodell für Mitarbeiter, das das Unternehmen von Grund auf umgestalten sollte. Im Rahmen des so genannten "MitUnternehmerModells" werden die Angestellten als Stille Gesellschafter an der Firma beteiligt. Alle Mitarbeiter, die länger als zwei Jahre in der Firma sind, wurden zu Teilhabern der Firma. Im Rahmen einer soeben durchgeführten TechnoKontakte-Veranstaltung hatten österreichische Manager die Möglichkeit, das Modell in der Praxis kennzulernen."Was kann ich als Unternehmer tun, damit meine Vision auch zum Ziel meiner Mitarbeiter wird?", schildert Stasto-Geschäftsführer Gerhard Stocker die Ausgangslage. Ziel des Modells ist es, dass sich jeder Mitarbeiter an der Firma als Stiller Gesellschafter beteiligt. "Wir gehen davon aus, dass das Team mit seinem Einsatz und Innovationsgeist für unseren Erfolg genauso seinen Beitrag leistet wie die Geschäftsleitung. Wenn etwa der Verkauf nur darauf achtet, möglichst große Umsätze zu machen, ohne dass es im Hinterfeld des Unternehmens stimmt, werden wir nicht erfolgreich sein", erklärt Stocker die Grundprinzipien der neuen Firmenphilosophie.
Ausgehend von dieser Prämisse wurden in den letzten Jahren Mitarbeiter, die länger als zwei Jahre in der Firma sind, Stille Gesellschafter, die am Erfolg des Unternehmens beteiligt sind. Das führte zu einer wesentlichen Fixkostenoptimierung im Personalbereich. Dies kam dadurch zustande, dass die Monatsgehälter vorerst mit dem gesetzlichen Kollektivvertrag plus maximal 20 Prozent Zuschlag begrenzt wurden. Außer dem Fixgehalt gibt es keine Provisionen oder sonstigen Prämien. Stocker: "Besonders bei Verkäufern, die großteils provisionsbezogen arbeiten, führt das zu einem Umdenkprozess vom Einzelkämpfer zum Teamspieler. Viele Reibungsverluste wurden dadurch von Beginn an vermieden". Die Sozialleistungen werden vom monatlichen Gehalt berechnet. Es wird allerdings für alle "MitUnternehmer" ein vom Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit abhängiger Betrag in eine Pensionskassa eingezahlt. Dadurch ist sichergestellt, dass, unabhängig von der Entwicklung der gesetzlichen Pensionsvorsorge, ein erreichter Lebensstandard auch im Ruhestand aufrecht erhalten werden kann.
Die "MitUnternehmer" werden als leitende Mitarbeiter im Angestelltenverhältnis eingestuft, so dass Arbeitszeit- und Arbeitsruhegesetz nicht mehr zur Anwendung kommen. "Jeder kann also arbeiten, wenn es Arbeit gibt und nicht, wenn es ein Gesetzgeber erlaubt. Dies bringt nicht nur erhebliche persönliche Vorteile für alle Beschäftigten, sondern hat auch die Lieferanten-Kundenbeziehung wesentlich verbessert", ergänzt Stocker.
Und so funktioniert das neue System im Detail: Um als "MitUnternehmer" auch am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu können, bringt jeder Mitarbeiter eine Einlage in die Firma ein. Eine Beteiligung an einem möglichen Verlust ist nicht vorgesehen. Um das Modell den laufenden Anforderungen anzupassen, finden jedes Jahr im Frühjahr und Herbst Firmentagungen statt, bei denen die Mitarbeiter nach einem speziellen "Punkteprogramm" nach Qualifikation und Leistung eingestuft werden. Dazu wird bei jeder Gesellschaftertagung ein neues Dreiergremium bestehend aus einem Mitglied der Geschäftsleitung und zwei "MitUnternehmern" gewählt. Die Aufgabe dieses Gremiums ist es, für die Funktionen und Verantwortungsbereiche aller Gesellschafter die Soll-Einstufung vorzunehmen. Auch jeder "MitUnternehmer" macht eine Ist-Einstufung für alle Kollegen. Daraus wird für jeden Einzelnen der Mittelwert berechnet.
Die Folgen dieses neuen Modells waren, so Stocker, beträchtlich: "Die MitUnternehmer haben mehr Verantwortung und Selbständigkeit. Sie sind motiviert und denken jetzt unternehmerisch." Darüber hinaus habe sich das Jahreseinkommen der "MitUnternehmer" positiv entwickelt. Gleichzeitig seien die Fixkosten des Unternehmens um 40%, die laufenden Betriebskosten um 30% gesenkt worden, während der Cash Flow in den beiden letzten Jahren fast verdoppelt wurde.
Wer sich im Detail über dieses Modell informieren will, hat dazu am 14. September 2000 bei einem weiteren TechnoKontakte-Seminar Gelegenheit. Anmeldungen unter: 01/5330466-0, Fax 01-5330466-13. Internet: http://www.technokontakte.at (Ende)
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