pte19980107004 in Business
Schwarzes Meer nahezu leblos
90 Prozent des Binnenmeers sind aufgrund von Schadstoffen und Überfischung tot
Odessa (pte) (pte004/07.01.1998/14:18)
Zu Beginn des "Jahres des Ozeans" haben Meeresschützer vor allem ein Sorgenkind: das Schwarze Meer. Wissenschaftler halten das Binnenmeer mit der 1.200 Kilometer langen Küste für eines der am stärksten gefährdeten Ökosysteme der Welt. Unkontrolliert eingeleitete Abwässer haben das Wasser vor der Ukraine in eine grün-braune Brühe verwandelt. Wegen Überfischung und Verschmutzung sind die meisten Fischbestände stark zurückgegangen. Etwa 90 Prozent des Schwarzen Meeres sind völlig leblos.Ein Großteil der Schadstoffe im Schwarzen Meer stammt aus den fünf einströmenden
Flüssen. Alleine die Donau trägt jährlich mehr als 50.000 Tonnen Öl, Schwermetalle und
Chemikalien in das Gewässer, an das die Ukraine, die Türkei, Georgien, Rumänien,
Bulgarien und Rußland angrenzen. Die Bestände zahlreicher teurer Fischarten wie Makrele und Steinbutt gingen auf Rekordtiefs zurück. Der gesamte Fang im Schwarzen Meer sank zwischen 1985 und 1990 von 950.000 Tonnen auf 300.000 Tonnen jährlich. Die Vereinten Nationen (UNO) planen derzeit den Entwurf einer Charta zum Schutz der Meere. Ein Teil des Schwarzen Meeres soll darin möglicherweise zum Welterbe erklärt werden.
* Fünf Erdumrundungen deutscher Meeresforscher *
Klimauntersuchungen im Atlantik haben 1997 im Mittelpunkt der Forschungen des deutschen Bundesamtes für Seeschiffahrt und Hydrographie in Hamburg und Rostock gestanden. Insgesamt haben sechs Schiffe im vergangenen Jahr zusammen fast fünf Erdumrundungen gefahren. Eines der wichtigsten Untersuchungsergebnisse dabei: Die Versenkung radioaktiver Abfälle der ehemaligen Sowjetunion im Nordmeer hat weder in der Karasee noch in der Barentssee großräumige Verschmutzung angerichtet. Auch die europäische Nordsee ist nicht betroffen. In Zukunft sei daher laut Angaben des Bundesamtes eine Gefahr durch derartige Abfälle nicht zu befürchten.
Auch die im Lauf der vergangenen Jahre beschlossenen Schutzmaßnahmen zur Reinhaltung der Meere beginnen den Untersuchungen zufolge nun zu wirken. Der verminderte Einsatz von Blei im Benzin und der folglich geringere Bleiausstoß im Straßenverkehr hat dabei zu einer deutlichen Entlastung geführt. (Ende)
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