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pte20190920019 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Schulmassaker: Games bei Weißen eher "schuld"

Neue Analyse bestätigt: US-Öffentlichkeit bemüht "Killerspiele" bei Schwarzen viel seltener


Gamer-Freak: rassistische Ausrede für Gewalt (Foto: sik-life, pixabay.com)
Gamer-Freak: rassistische Ausrede für Gewalt (Foto: sik-life, pixabay.com)

Villanova (pte019/20.09.2019/11:30) - Bei Schulmassakern in den USA sucht die Öffentlichkeit die Schuld gern bei "Killerspielen" - zumindest, wenn der Todesschütze weiß war. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass in Nachrichten Games als Mitauslöser genannt werden, acht Mal höher als bei schwarzen Tätern. Das hat eine Studie unter Leitung der Villanova University http://villanova.edu ergeben. Dies deutet auf inhärenten Rassismus bei der Suche nach den Hintergründen einer Tat hin - wofür auch ein Experiment mit Studenten spricht.

Leichte Sündenböcke in der Not

"Wenn eine Gewalttat von jemandem verübt wird, der nicht dem Rassenstereotyp entspricht, wie eine gewalttätige Person aussieht, suchen die Leute gern nach einer externen Erklärung für gewalttätiges Verhalten", weiß der Studienleiter, Psychologieprofessor Patrick Markey. Einer Analyse von 204.796 News-Beiträge zu 204 US-Schusswaffenmassakern mit zumindest drei Opfern zufolge, gilt das speziell bei Schulmassakern. Denn bei weißen Jungs aus der Vorstadt - beispielsweise den Columbine-Attentätern - wird Games sehr viel eher die Schuld in die Schuhe geschoben als bei afrikanischstämmigen oder älteren Attentätern.

"Videospiele dienen Gesetzgebern und anderen oft als roter Hering, um von anderen möglichen Gründen für Schulmassaker abzulenken", meint Markey. Dafür spricht auch, dass die massive Diskrepanz in der Nennung von Games als Faktor je nach Rasse des Schützen verschwindet, wenn das Massaker eben nicht an einer Schule stattgefunden hat. Die US-Öffentlichkeit scheint also insbesondere bei jungen weißen Massenmördern besonders interessiert daran, die Verantwortung auf Killerspiele abzuschieben, statt sie tatsächlich an den richtigen Orten zu suchen.

Rassistische Studenten-Einschätzung

Dafür, dass der angebliche Faktor Killerspiele eher ein Auswuchs unbewussten Rassismus sein könnte, spricht auch ein Experiment, das Markey und sein Team durchgeführt haben. 169 Studenten (großteils weiß und weiblich) haben dabei einen Beitrag über ein erfundenes Schulmassaker durch einen 18-jährigen Fan von gealttätigen Games gelesen. Für eine Hälfte der Probanden hat dabei ein Foto den Schützen als weiß identifiziert, für die andere Hälfte als schwarz.

Jene Teilnehmer, die das Foto eines Weißen gesehen hatten, haben danach wesentlich eher tatsächlich den Spielen eine Mitverantwortung für die Tat angehängt. Zudem haben Personen, die selbst keine Gamer sind, das bereitwilliger getan. Markey warnt also, dass diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass Schwarze eher als selbst verantwortlich für ihre Taten gesehen werden und daher vom Justizsystem unfair behandelt werden könnten.

(Ende)
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