pte20000208001 in Forschung
Roboter für Eingriffe an der Wirbelsäule
RoMed setzt Schrauben präzise in Wirbelkörper
St. Ingbert (pte) (pte001/08.02.2000/11:00)
Operationen an der Wirbelsäule sind besonders riskant. Ein neuer Roboter vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT http://www.ibmt.fhg.de verringert die Gefahr: Er kann auf den Zehntel Millimeter genau operieren. Moderne Navigationssysteme sollen den Chirurgen dabei helfen, die Operation in Echtzeit zu kontrollieren. Um dabei das Risiko zu verringern, haben nun Forscher von vier Fraunhofer-Instituten innerhalb des Projekts "RoMed" einen Operationsroboter entwickelt.Der Roboter arbeitet ruhiger als die Hand und präziser als der Arm des Chirurgen: Auf den Zehntel Millimeter genau kann er durch die Wirbelbogenpfeiler (Pedikel) Schrauben in die Wirbelkörper eindrehen. Über diese Schrauben können dann die Wirbelkörper mit starren Stangen verbunden werden. So wird die Wirbelsäule stabilisiert. Um Verletzungen zu vermeiden und die Schrauben so exakt wie möglich einzudrehen, kontrollieren die Ärzte bislang derartige Operationen durch Röntgenaufnahmen. Der Nachteil dieser Methode: Röntgenbilder können nur in einem Abstand von mehreren Minuten aufgenommen werden. Daher werden trotz großer Sorgfalt immer wieder das Rückenmark, benachbarte Nervenbahnen oder wichtige Blutgefäße verletzt.
Die Lösung, an der Forscher der Fraunhofer-Institute für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK http://www.ipk.fhg.de/ in Berlin, für Produktionstechnik und Automatisierung IPA http://www.ipa.fhg.de/ in Stuttgart, für Biomedizinische Technik IBMT http://www.ibmt.fhg.de in St. Ingbert und für Graphische Datenverarbeitung IGD http://www.igd.fhg.de/ in Darmstadt gemeinsam arbeiten: ein Operationsroboter, der mit einem ultraschallbasierten Navigations- und Referenzierungssystem gekoppelt ist. "So weiß der Roboter immer, wo er sich befindet und wie er die Schrauben positionieren muss", erläutert Peter Weber das Konzept. Mit Hilfe der Ultraschallmessungen kann der Roboter das Eindrehen der Schrauben überwachen. Gleichzeitig erhält der Chirurg auf einer Konsole alle Informationen und kann zu jeder Zeit in die Operation eingreifen.
Zunächst muss der Operationsroboter noch an Patientenmodellen üben, dann soll er für Eingriffe im Lendenwirbelbereich genutzt werden. Später soll der Roboter auch im Halswirbelbereich operieren können, hofft Weber: "Dort sind die Wirbelstrukturen besonders fein und die Gefahr von Verletzungen ist besonders groß. Das Robotersystem könnte auch bei Operationen in diesem sensiblen Bereich helfen." Informationen: Peter K. Weber, E-Mail: peterw@ibmt.fhg.de (idw) (Ende)
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