pts20001004072 Medien/Kommunikation, Unternehmen/Wirtschaft

Radiosender der Zukunft sind interaktiv und bi-direktional

Diskussions-Teilnehmer uneinig über Zukunft und Wirtschaftlichkeit von Webradios


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Wien (pts072/04.10.2000/20:51) Interaktiv und bi-direktional müssen die Radios der Zukunft sein. Davon zeigten sich die Teilnehmer einer Diskussionsrunde anlässlich der 7. österreichischen Medientage in Wien überzeugt. Ob die Voraussetzungen hierfür aber jetzt schon gegeben sind, darüber bestand Uneinigkeit. Während Olaf Hopp vom Internetsender http://www.daswebradio.de (auch Geschäftsführer eines terrestrischen Berliner Rocksenders) die Chancen eines solchen Mediums hervorstrich, plädierte Ö3-Chef Bogdan Roscic für das Funkwellenradio, "so lang das erfolgreichste Webradio der Welt erst 50.000 Hörer im Monat erreichen kann".

Sicherlich werde der ORF an vorderster Front stehen, sollte es einmal möglich sein, über das Medium Internet-Radio wirtschaftlich zu arbeiten. "Das Internetradio ist nicht Konkurrenz, sondern möglicherweise die Zukunft unseres Mediums," doch "wir sind nicht soweit", meinte Roscic. Noch seien Investitionen in diesen Bereich "Geldverbrennen", denn es stimmten weder die Empfangsqualität, noch sei die rechtliche Situation abgeklärt, und wirtschaftliches Arbeiten sei erst recht nicht möglich. Laut einer aktuellen renommierten Studie würden 99,6% der auf Webseiten platzierten Banner nicht angeklickt. "Klares Denken" sei angesagt, forderte der Ö3-Chef.

Toni Siegert vom Bayerischen Rundfunk vertrat die Auffassung, dass man in Zukunft nicht mehr von Radio, vom Fernsehen und von Internet reden sollte, sondern von Multimedia. Das Radio sei bis jetzt unidrektional gewesen und müsse nun bi-direktional und interaktiv werden. Obwohl beispielsweise B5 http://www.br-online.de/b5aktuell , der Nachrichtensender des Bayerischen Rundfunks, bereits seit 1995 als Live-Channel im Internet vertreten sei und die Internethördauer auch bei Bayern3 ständig zunimmt, warnte Siegert vor dem "gläsernen Hörer". Radiokonsum über das Internet sei nicht anonym. Viele der insgesamt über Internetradios seien zudem reine Musikboxen ohne Archiv und ohne Redaktion. Das terrestrische Live-Radio werde daher auch in Zukunft ein "Massen- und Begleitmedium bleiben", gab sich Siegert überzeugt. Der Bayerische Rundfunk will das Medium Internet vor allem dazu nützen, um vermehrt Content zum Kauf anzubieten.

Peter Don, Geschäftsführer von Antenne Wien und Chef der GWR-Radios in Österreich, rechnet damit, dass sich die Werbeeinnahmen im Internet in den kommenden Jahren verdoppeln werden und betrachtet Internetradios daher auch als Mitbewerber. "Radio und Internet sind ideale Partner", meinte Don.
Foto v.l.n.r.: Bogdan Roscic, Peter Don, Moderator Olaf Kriebach (Cyberradio), Olaf Kopp, Toni Siegert. (el)

(Ende)
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