pte20260407005 in Business

Putins Kriegslust ruiniert die eigene Wirtschaft

Laut RSPP-Angaben werden Investitionen heruntergefahren und Rechnungen immer öfter nicht bezahlt


Wladimir Putin (rechts): Sein Krieg belastet die eigene Wirtschaft (Foto: svklimkin, pixabay.com)
Wladimir Putin (rechts): Sein Krieg belastet die eigene Wirtschaft (Foto: svklimkin, pixabay.com)

Moskau (pte005/07.04.2026/06:15)

Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine trifft die eigene Wirtschaft. 62 Prozent der russischen Unternehmen haben für 2025 einen Gewinnrückgang gemeldet. Laut der Russischen Union der Industriellen und Unternehmer (RSPP) verschlechtert sich die Lage der Betriebe im ganzen Land systematisch. 66 Prozent der Firmen hätten ihre Investitionen gekürzt, 15 Prozent verzichten sogar völlig darauf. Und 72 Prozent meldeten einen Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. 21 der 28 wichtigsten Industriezweige verzeichnen zudem Produktionsrückgänge.

Tiefgreifende Ungleichgewichte

"Die aktuelle Dynamik deutet auf eine Anhäufung tiefgreifender Ungleichgewichte im Unternehmenssektor hin", sagt RSPP-Vizepräsident Alexander Murichev. Er warnt vor einer sich verschärfenden Liquiditäts- und Zahlungsausfallkrise, der Erschöpfung der Unternehmensressourcen und einem wachsenden Insolvenzrisiko. Verschärft wird die Lage durch den Leitzins, der bei 15,5 Prozent liegt und Unternehmen, die bereits mit finanziellen Problemen kämpfen, zusätzlich belastet.

In diesem wirtschaftlichen Umfeld sehen sich Unternehmen mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die eine Verschärfung der allgemeinen nationalen Krise zu verursachen drohen. Der Rückgang der Investitionen und der Anstieg unbezahlter Rechnungen könnten zu einem weiteren Rückgang der Produktion und einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen führen, heißt es weiter.

Milliardär will 72-Stunden-Woche

Der russische Milliardär Oleg Deripaska schlägt deshalb vor, dass die Menschen im Land künftig zwölf Stunden am Tag und sechs Tage die Woche arbeiten. Nur so könne sich die Wirtschaft an die neue Realität anpassen. Deripaska ist Gründer und Eigentümer von Basic Element, einer der größten russischen Industriegruppen.

Die Forderung des Milliardärs kommt zu einem Zeitpunkt, in dem sich Russlands Wirtschaft stark verändert. Das Land profitiert zwar von steigenden Energiepreisen. Die Ölpreise sind in diesem Jahr um mehr als 70 Prozent gestiegen und liegen aktuell bei über 100 Dollar pro Barrel (92 Euro). Doch gleichzeitig belasten Sanktionen die Wirtschaft. Das Wachstum schwächt sich deutlich ab: 2025 lag es laut offiziellen Zahlen nur noch bei einem Prozent - nach 4,3 Prozent im Jahr zuvor.

(Ende)
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