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pte19980304006 in Business

Produziert "frühe Liebe" Schulabbrecher?

Französische Studie faßt Spätfolgen der sexuellen Revolution zusammen


Paris (pte) (pte006/04.03.1998/10:43)

Aids hat nicht dazu beigetragen, daß Jugendliche ihre erste sexuelle Beziehung später haben als in früheren Jahrzehnten. In einer Studie des Nationalen Instituts für demographische Studien (Ined) über das Sexualverhalten der Franzosen wurde jetzt festgestellt, daß sich das Alter nicht gesenkt hat, sondern seit den 70er Jahren konstant geblieben ist. Es läßt sich allenfalls eine Korrelation mit der Schulbildung herstellen: Je länger die Jugendlichen die Schule besuchen, je weiter zögern sie den ersten Sexualkontakt hinaus.

"Frühe Liebe macht Schulabbrecher", faßte die französische Tageszeitung "Libération" die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen. Zentrale Aussage ist, daß die sexuelle Revolution in den 70er Jahren stattgefunden und den Frauen Verhütungsmittel, bessere Berufschancen und finanzielle Autonomie gebracht hat. Das Aufkommen von Aids habe an diesen grundsätzlichen neuen Entwicklungen nichts geändert. Es habe auch keine Rückkehr zu den alten "vorrevolutionären" Zuständen eingesetzt.

Insgesamt ist allerdings der Gebrauch von Präservativen unter Jugendlichen üblicher geworden. 1987 hatten nur 8 Prozent beim ersten Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzt, heute sind es 80 %. Unter den Homosexuellen ist der Gebrauch von Kondomen die Antwort auf die Seuche Aids. Trotz Aids ist interessanterweise die Akzeptanz von Homosexualität in der Bevölkerung nicht gesunken.

Der Soziologe Michel Bozon, Leiter der Untersuchungen von Ined, sagte in einem Interview mit "Libération", daß in einem europäischen Vergleich der sexuellen Verhaltensweisen sich immer noch ein Nord-Süd-Gefälle bemerkbar mache. "Im Süden", sagt der Soziologe, "ist die Liebe immer noch an die Zeugung gebunden." Das Alter beim ersten sexuellen Kontakt ist im Süden höher als im Norden. Die Frauen im Norden sind freimütiger.

Skandinavische Frauen bewegten sich auch in den soziologischen Untersuchungen näher an der Wahrheit, was die Zahl ihrer Sexualpartner anging, während Frauen in den südlichen Ländern aus Angst, als "leichtes Mädchen" angesehen zu werden, bei der Angabe der Zahl ihrer Sexualpartner ein bißchen mogelten. http://www.ined.fr (Ende)
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