pte19980128006 in Business
Ohrensausen: Ursache im Gehirn?
Neue Untersuchungen gehen von "falscher Verdrahtung" von Nerven aus
Buffalo (pte) (pte006/28.01.1998/09:40)
Das beschönigend "Ohrklingeln" genannt wird, hört sich häufig eher an wie schrille Kreissägen, Kettenrasseln oder wie hochfrequentes Pfeifen. Schon nach einigen Minuten nerven solche Töne. Etwa zehn Prozent aller älteren Menschen müssen diese Tortur jedoch 24 Stunden am Tag aushalten: Sie leiden unter dem unheilbaren Tinnitus.Bis dato glaubte die Wissenschaft, diese Geräusche entstünden durch defekte oder überlastete Ohrennerven. Doch nun hat ein amerikanischer Forscher eine Gehirn-Region entdeckt, die mit dem mysteriösen Ohrklingeln in Zusammenhang steht. Liegt dort die Ursache für die belastenden Töne?
Alan Lockwood, Neurologe an der State University of New York, untersuchte vier Patienten mit der PET-Methode. Die Positronen-Emissions-Tomographie stellt fest, welcher Gehirn-Bereich gerade besonders aktiv ist. Das Ergebnis: Bei den Testpersonen arbeitete eine Hirnregion im seitlichen, äußeren Bereich, im sogenannten Temporal-Lappen, besonders stark.
Lockwood glaubt, daß die Nerven dieses Hirnbereichs bei Tinnitus-Opfern falsch verdrahtet sind. Wird ein Ohr durch äußere Einflüsse geschädigt, dann versucht das Gehirn, den Schaden durch Neuverdrahtung alter Nervenkabel zu beheben. Doch das geht manchmal schief. Aufgrund der unordentlichen Reparatur, so der Neurologe, produziere das Hirn falsche Informationen, eben Phantom-Geräussche. (New York Times) (Ende)
| Aussender: | pressetext.austria |
| Ansprechpartner: | ws, email: <A HREF=mailto:redaktion@pressetext.at>redaktion@pressetext.at</A>, Tel. 01/402 48 51 |
| Website: | pressetext.at |
