pts19970227001 in Business
OEAMTC hat sich um keine Arbeitskräfte bemüht
Hostasch will rasch Einigung in Bezug auf ein
Wien (pts001/27.02.1997/14:18)
"Die Vehemenz, mit der eine richtige Entscheidung des Sozialministeriums kritisiert wird, läßt der ÖAMTC hingegen bei seiner Suche nach Verkaufskräften für die Autobahnvignette völlig vermissen." - Eine Sprecherin des Sozialministeriums wies daher heute den Vorwurf, das Sozialministerium würde die Schaffung von Arbeitsplätzen verhindern, in einer Aussendung als "reine Polemik" zurück. Gleichzeitig bekräftigte Sozialministerin Lore Hostasch, sich dafür einzusetzen, rasch eine Einigung auf ein neues "Allgemeines Nachtarbeitszeitgesetz" zu erzielen.Im Bezirk Villach seien derzeit rund 3.300 Männer arbeitssuchend vorgemerkt. Der ÖAMTC habe es aber nicht der Mühe wert gefunden, das Arbeitsmarktservice in die Personalsuche einzubinden, teilt das Sozialministerium mit. Der Leiter des AMS Kärnten, Mag. Josef Sibitz, werde aber nun von sich aus an den Autofahrerclub herantreten, um geeignete Arbeitskräfte für den Verkauf von Autobahnvignetten in der Nacht zu suchen.
Die Entscheidung, keine Ausnahme für die Beschäftigung von Frauen für den Verkauf von Autobahnvignetten während der Nacht am Grenzübergang Thörl Maglern zu erteilen, begründete das Sozialministerium auch mit mangelnden Sicherheitsvorkehrungen. Das Verkaufspersonal habe teils beträchtliche Beträge abseits der Zollstation zu verwahren. Die vom ÖAMTC angebotenen "Halbnachts-Jobs" bedeuten weiters, daß ein Schichtwechsel mitten in der Nacht erfolgt. Öffentliche Verkehrsverbindungen bestehen zu diesen Zeiten aber nicht, so das Sozialministerium.
"Öffentliches Interesse" an einer Aufhebung des Nachtarbeitsverbots für Frauen sei in diesem Fall nicht gegeben. Es könne nämlich der Verkauf von Autobahnvignetten auch den Zollwachebeamten übertragen werden. Auf diesen Umstand habe auch das Wirtschaftsministerium verwiesen, teilte das Sozialministerium mit.
Nachdem gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Einigung über die Arbeitszeitflexibilisierung erfolgt ist, will Sozialministerin Lore Hostasch nun in der Frage "Aufhebung des Nachtarbeitsverbots für Frauen" zu einer raschen Einigung kommen: "Ich werde mich jedenfalls dafür einsetzen, daß wir möglichst rasch ein neues, allgemeines Nachtarbeitszeitgesetz im Nationalrat verabschieden können", teilte Hostasch heute mit. Die Sozialministerin gibt jedoch zu bedenken, daß Nachtarbeit prinzipiell - egal ob nun für Männer oder für Frauen - eine extrem belastende Tätigkeit sei. Sie trete daher für flankierende Maßnahmen, die auch eine reduzierte Arbeitszeit in der Nacht im Vergleich zur Normalarbeitszeit in einem Tagesarbeitszeitverhältnis vorsehen, ein. (Ende)
| Aussender: | Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales |
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