pte20000307029 in Leben
Noch immer keine Entscheidung über Gen-Mais
Greenpeace fordert Regierung zur klaren Linie bei Gentechnik auf
Wien (pte029/07.03.2000/14:16)
Der Konflikt um die Zulassung der gentechnisch manipulierten Maissorte Chardon LL T25 ist heute, Dienstag, in eine neue Phase getreten, nachdem es von Seiten der Ministerien keine eindeutige Entscheidung gab. Greenpeace http://www.greenpeace.at forderte die Bundesregierung auf, die Frage der umstrittenen Gentechnik zu klären. Erst vorige Woche erklärte Ministerin Sickl gegenüber Greenpeace, dass sie sich grundsätzlich gegen jeden Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft stelle."Die Regierung muss der Bevölkerung reinen Wein einschenken, vor allem aber sollten sich die Minister Elisabeth Sickl und Wilhelm Molterer auf eine gemeinsame Linie einigen", erklärte Susanne Fromwald, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace Österreich gegenüber pressetext.austria. Das Landwirtschaftsministerium wollte zum Thema Gen-Mais gegenüber pressetext.austria vorerst keine Stellungnahme abgeben.
Sickl hatte in der Vorwoche erklärt, dass es dem Wunsch der Österreicherinnen und Österreicher entspreche, eine naturnahe Landwirtschaft ohne Gentechnik zu betreiben, daher werde sie die Voraussetzungen für ein Verbot des Mais ausarbeiten. In der Zwischenzeit hülle sich die Ministerin jedoch in Schweigen. Vage Absichtserklärungen wie die von der Vorwoche könnten die drohenden Importe von Gentech-Mais nicht stoppen, so Greenpeace. "Daher fordern wir mit aller Vehemenz, dass ein Importverbot für die erste Gentech-Sorte auf dem Saatgutmarkt so rasch wie möglich kommen muss", so Fromwald.
Sickl und Molterer hatten sich bezüglich der drohenden Importe von Gentech-Saatgut nicht auf eine klare Linie einigen können: Sickl sprach sich grundsätzlich gegen jeden Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft aus, während der für die Landwirtschaft zuständige Minister Molterer die Frage nach einem Importverbot nach wie vor für offen hält. Im Koalitionsabkommen konnte man sich offenbar nur auf eine "Case by Case"- Beurteilung im Bereich der Gentechnik einigen.
Greenpeace Österreich forderte in einem offenen Brief auf, Stellung zu diesem Thema zu nnehmen. "Die Bevölkerung hat ein Recht auf volle Information", so Fromwald. "Die Bundesregierung sollte nicht vergessen, dass beim Gentechnik-Volksbegehren mehr als 1,2 Millionen Österreicher gegen Gentechnik in der Landwirtschaft unterschrieben haben. Eine Abänderung des bisherigen Gentechnik-freien Österreich durch die neue Regierung hat unweigerlich einen massiven Proteststurm zur Folge". (Ende)
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