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pte20210430015 Technologie/Digitalisierung, Politik/Recht

New Yorker Polizei gibt ihren Robo-Hund auf

Boston-Dynamics-Roboter scheitert an massiver Kritik insbesondere im Umgang mit Minderheiten


Aufklärer: in Polizei-Blau unerwünscht (Foto: bostondynamics.com)
Aufklärer: in Polizei-Blau unerwünscht (Foto: bostondynamics.com)

New York (pte015/30.04.2021/10:30) - Die Polizei der Stadt New York (NYPD) http://nyc.gov/html/nypd beendet den Einsatz des Robo-Hundes "Digidog". Der geleaste Roboter ist zurück an Hersteller Boston Dynamics https://bostondynamics.com geschickt worden. Er sei "ein Opfer von Politik, schlechten Informationen und billigen Soundbytes", so John Miller, NYPD Deputy Commissioner of Intelligence and Counterterrorism, gegenüber der "New York Times". Denn Kritiker hatten den Einsatz als verschwenderische Ausgabe oder Symbol aggressiver Polizeipraktiken gerade im Umgang mit Minderheiten gewertet.

Militarisierung der Polizei

Eigentlich wäre der Leasing-Vertrag des NYPD bis August gelaufen. Die Polizei wollte den mit Kameras ausgestatteten Robo-Hund nach eigenen Angaben besonders für Aufklärungszwecke testen. Die Idee war, ihn besonders dann einzusetzen, wenn eine Situation sehr gefährlich für Beamte sein könnte. Doch schon das führte zu teils sehr harscher Kritik von prominenter Seite. "Jetzt kommen robotische Überwachungsdrohnen bei Tests in einkommensschwachen farbigen Communitys mit unterfinanzierten Schulen zum Einsatz", so die zum linken Flügel der Demokraten zählende Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez im Februar auf Twitter.

Diese Kritik bliebt zwar eher noch auf der Ebene, dass der Einsatz des Roboters öffentliche Mittel verschwende, das anderswo dringender benötigt werde. Andere Kritiker sahen in den Tests gar einen Verstoß in Richtung bewaffneter militärischer Roboter im Polizeieinsatz. Dabei ist der Robo-Hund beim NYPD nicht bewaffnet. Es dürfte da für die öffentliche Wahrnehmung nicht hilfreich gewesen sein, dass das bei Boston Dynamics als "Spot" bekannte Modell sehr wohl auch im militärischen Bereich getestet wird, etwa in Frankreich.

Ein böser Robo-Hund

Laut NYPD hätte der Robo-Hund als Aufklärer in Gefahrensituationen wohl Leben retten können. Aus Sicht der Polizei ist er nun ein Opfer unfairer Kritik gerworden. "Die Leute haben die Schlagworte und Sprache gefunden, um das als etwas Böses darzustellen", moniert Miller. Es war vermutlich tatsächlich nicht hilfreich, dass die Tests zu einer Zeit erfolgt sind, in der das Thema Polizeigewalt nach dem Tod von George Floyd und durch den Derek-Chauvin-Prozess massiv im Brennpunkt stand und "Defund the Police" zum Slogan besonders der "Black Lives Matter"-Bewegung wurde.

(Ende)
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