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pte19971202005 in Business

Neues Beschichtungsverfahren für schmutzabweisende Fasern

Aachener Textilforscher arbeiten mit einer Plasmaumgebung


Aachen (pte) (pte005/02.12.1997/14:22)

Auf der Textiltagung des Deutschen Wollforschungsinstituts wurde am Montag ein neues Verfahren vorgestellt, das Textilfasern schmutzabweisende Eigenschaften verleiht. Es soll unter anderem den Verbrauch von Waschmittel und Wasser verringern.

Die Fasern vieler Tischdecken werden von den Herstellern mit Fluor-Kohlenstoffen behandelt, sodaß verschütteter Kaffee nicht eindringen kann. Das herkömmliche Beschichtungsverfahren hat jedoch einen Nachteil: Die hilfreichen Chemikalien verbinden sich nur in flüssiger Form mit der Faser. So entsteht bei der Produktion viel Abwasser. Die in Aachen vorgestellte neue Methode nutzt aus, daß Fluor-Kohlenstoffe auch in einem Plasma eine feste Verbindung mit den Textilfasern eingehen.

Helga Thomas vom Deutschen Wollforschungsinstitut: "Das Textil wird in eine große Metallkammer gebracht, die anschließend bis zum Vakuum geleert wird. Das Trägergas wird eingebracht und durch Energiezufuhr gezündet. Dabei wird das Gas ionisiert, es bilden sich reaktive Teilchen." Sie verbinden sich mit der Oberfläche der Fasern, so daß ein dünner Fluorfilm entsteht. Es ist eine Schicht aus wenigen Atomlagen - ähnlich wie man sie mit einem Plasma auch für andere Zwecke erzeugt.

Nach der Behandlung sind die Fasern so gut geschützt, daß ein Farbtopfen einfach davon abperlt. Auch Fette können den Film kaum durchdringen. Trotzdem entstehe kein unangenehmer Eindruck beim Tragen, so Helga Thomas. Man kommt nicht unnötig ins Schwitzen, denn das Gewebe läßt Wasserdampf hindurch. Die Untersuchungen hätten zudem ein gute Haltbarkeit des Materials gezeigt. Thomas: "In Wasser ist die Schicht nicht mehr lösbar. Sie ist auch recht beständig gegenüber mechanischem Abrieb, so daß es kein Problem sein sollte, den Stoff in einer Waschmaschine zu waschen."

Noch ist das Beschichtungsverfahren sehr aufwendig. Hartwig Höcker, der Leiter des Wollforschungsinstituts, schätzt, daß noch mindestens fünf Jahre vergehen, bis erste Kleidungsstücke aus den neuen Fasern im Handel sind. [Quellen: Matthias Hennies, Helga Thomas, Hartwig Höcker] (Ende)
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