pte19971108005 in Business
Neuer Operationsroboter entwickelt
Chirurg steuert aus dem Operationscockpit
Frankfurt/Main (pte) (pte005/08.11.1997/19:50)
Die minimal-invasive Chirurgie ermöglicht immer schonendere Operationen. Doch die winzigen Sonden und Endoskope millimetergenau ins Körperinnere zu führen, ist schwierig. Viel sicherer und exakter als der beste Chirurg können das Robotersysteme. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und die Neurochirurgie der Dr. Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden haben jetzt, unterstützt von der Siemens AG einen ersten funktionsfähigen Prototypen eines Roboter-Operationssystems entwickelt."Schon immer war es der Wunsch der Chirurgen, ihr operatives Ziel mit der geringsten körperlichen Belastung des Patienten zu erreichen. Dies gilt nicht nur für die Neurochirurgen und ihre präzisen Operationen im menschlichen Gehirn und Rückenmark", sagt Dr. Volker Urban: "Wir haben gelernt, mit dem Mikroskop und später mit dem Endoskop zu operieren. Wollen wir nun aber den Schritt in eine exakte Chirurgie im Submillimeterbereich wagen, benötigen wir die Hilfe der Ingenieurwissenschaften."
Assistent des Chirurgen ist ein Operationsroboter, der die Instrumente und Endoskope mit der Genauigkeit eines tausendstel Millimeters im menschlichen Körper bewegen kann. Ein neues Hexapod-Kinematikkonzept erlaubt dem Operationsroboter diese äußerst präzisen Eingriffe. Gesteuert wird der Roboter vom Chirurgen. Er sitzt dabei in einem Operationscockpit, das wie ein Flugsimulator ausgestattet ist. Mit einem Joystick führt er das Endoskop durch den Körper. Stuhl und überdimensionale Bildschirmdarstellung folgen diesen Bewegungen. Dies hilft ihm bei der räumlichen Orientierung in der Anatomie des Patienten. Ein alter Traum der Chirurgen wird damit Wirklichkeit: "Gast zu sein im Körper des Patienten."
Für dieses Operationssystem wird nun eine neue Mikroinstrumentegeneration entwickelt. Sensoren und Feedbacksysteme sollen dem Chirurgen einen noch realistischeren Eindruck vom Operieren vermitteln. Der Patient profitiert vom OP der Zukunft, das Operationsrisiko wird gesenkt, Folgekosten und Nachoperationen reduziert. (Ende)
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