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pte19980122015 in Business

Neue Therapie gegen Brustkrebs bald marktreif

Ergebnisse von zwei Studien vorgestellt


München (pte) (pte015/22.01.1998/21:42)

Antikörper gegen ein Protein, das Tumorzellen auf ihrer Oberfläche tragen, werden in den USA noch dieses Jahr zur Behandlung von Brustkrebs zugelassen. Das vermutet Dr. Axel Ullrich vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München. Der Direktor der Abteilung Molekularbiologie war maßgeblich daran beteiligt, die Ursachen der zellulären Fehlsteuerungen aufzuklären, die mit dem Antikörper behandelt werden. Auf einem Symposium im Deutschen Krebsforschungszentrum, das am vergangenen Freitag in Heidelberg stattfand, faßte Ullrich die Datenlage zusammen.

Bei dem Protein, dessen Funktion durch Antikörper ausgeschaltet wird, handelt es sich um einen Vertreter aus der großen Gruppe sogenannter Rezeptoren. Die Zellmembran ist gespickt davon, denn Rezeptoren dienen der Kommunikation von Zellen mit der Außenwelt. Docken passende Moleküle auf der Außenseite an, übersetzt der angesprochene Rezeptor dieses externe Signal in Stoffwechselvorgänge innerhalb der Zelle. Auf diese Weise wird auch Wachstum und Vermehrung gesteuert: Binden "Wachstumsfaktoren" an ihre spezifischen Rezeptoren, setzen sie eine Signal-Kaskade in Gang, die eine Teilung einleiten.

Die Arbeitsgruppe um Ullrich befaßt sich seit nunmehr 15 Jahren damit, wie dieses Signalkaskaden ablaufen. In Zusammenarbeit mit dem Weizmann-Institut in Rehovot/Israel ist es ihm gelungen, die Erbinformation für den Rezeptor zu entschlüsseln, an den der epidermale Wachstumsfaktor EGF ("Epidermal Growth Factor") bindet. Dadurch wurde es möglich zu untersuchen, ob EGF-Rezeptoren am Wachsum von Tumoren beteiligt sind. In Brustkrebsgewebe fanden Molekulargenetiker schließlich einen bislang unbekannten Rezeptor, der dem EGF-Rezeptor sehr ähnlich ist und den manche Krebszellen im Überfluß produzieren ("HER2").

Gegen den HER2-Rezeptor haben Wissenschaftler der kalifornischen Firma Genentech Antikörper hergestellt. Die Idee: Anti-HER2 blockiert die Bindung des Wachstumsfaktors EGF an den Rezeptor und verhindert so, daß Wachstumssignale weitergeleitet werden. Nach eingehenden Untersuchungen an Tieren begann das Unternehmen 1995 erste Studien mit Brustkrebs-Patientinnen. Kurz vor Weihnachten 1997 gab Genentech schließlich die vielversprechenden Ergebnisse zweier Studien bekannt, an denen insgesamt knapp 700 Patientinnen teilgenommen hatten. "Noch im zweiten Quartal 1998 werden wir bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde 'FDA' die Genehmigungs-Unterlagen einreichen", hofft Genentech-Präsident Dr. Arthur Levinson. [Quelle: Martin Roos, Symposium "Signal Transduction and Transport Across Membranes", Heidelberg] (Ende)
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