pte19971110003 in Business
Neuartige Kunststoffmagneten in Flüssigkeit lösbar
Noch ist der Weg zur Alltagstauglichkeit weit
Cambridge (pte) (pte003/10.11.1997/11:34)
Britische Forscher von der Universität Cambridge (http://www.cam.ac.uk/) haben einen magnetischen Kunststoff entwickelt, der biegsam ist und in Flüssigkeiten aufgelöst werden kann. Einsatzmöglichkeiten für solche organischen Magneten wären Chipkarten oder Festplatten. Bisher jedoch behält das Material seine magnetischen Eigenschaften nur bei einer Temperatur unter 36 Grad Kelvin (237 Grad Celsius).Jeremy Rawson, Chemiker in Cambridge, erklärt: "Normale Magneten haben viele ungepaarte Elektronen. Gerade das macht sie magnetisch. Kunststoffe dagegen haben eigentlich keine ungepaarten Elektronen. Uns ist aber die Entwicklung eines organischen Moleküls mit ungepaarten Elektronen gelungen." Bringt man solche Moleküle zusammen, so kommt es zu Wechselwirkungen zwischen den ungepaarten Elektronen: Der Kunststoff wird magnetisch. Rawson hat daraus kleine, schwarze, biegsame Nadeln hergestellt. Sie lösen sich in bestimmten Flüssigkeiten auf. Das könnte - so spekulieren die Forscher - die Herstellung magnetischer Beschichtungen vereinfachen. Die Lösung könnte auf eine Platte gegossen werden, das Lösungsmittel würde verdampfen.
Doch die Sache hat einen Haken: Ähnlich wie Supraleiter funktionieren die Kunststoffmagneten bislang nur bei extrem tiefen Temperaturen, derzeit bei 36 Grad Kelvin. Als die organischen Magneten vor erst sechs Jahren entdeckt wurden, lag die Grenztemperatur sogar bei nur 0,6 Grad Kelvin. Die britischen Forscher wollen diese sogenannte Curie-Temperatur für ihren Kunststoff weiter anheben. Rawson erklärt ihre Strategie: "Bei einem Magneten müssen die Elektronen regelrecht miteinander kommunizieren. Wir versuchen nun, die Struktur der Moleküle so zu verändern, daß die ungepaarten Elektronen näher aneinander rücken. Bringen wir aber die ungepaarten Elektronen zu dicht zusammen, so könnten sie eine Bindung eingehen. Dann würden sie ihren Magnetismus aber verlieren." Ein schwieriger Drahtseilakt also. Rawson rechnet denn auch nicht damit, daß innerhalb der nächsten zehn Jahre die organischen Magneten alltagstauglich werden. (Quelle: Jeremy Rawson) (Ende)
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