pts19980819004 in Business
Netzwerkausbildung in den Schulen nur zu 50 % brauchbar
EDVg startet Ausbildungsprogramm
Wien (pts004/19.08.1998/09:00)
Die Ausbildung der HTLs (Studienrichtung Informatik bzw. Elektrotechnik) geht in ganz wesentlichen Bereichen an den derzeitigen Marktbedürfnissen vorbei. Der Mix der heutigen Idealqualifikation eines Netzwerktechnikers läßt sich mit etwa 20 % Basistechnologien, 40 % Betriebssystem UNIX und Systemsoftware und mit 40 % Routing-Technologien und WAN-Knowhow beschreiben.Bewerber bringen heute - wenn überhaupt - nur fragmentarisches UNIX-Wissen aus den Schulen mit. Routing-Wissen sowie die gesamte WAN-Technologie (Wide Area Netzworks) ist vollständiges Neuland. "Damit ist jeder Bewerber eigentlich nur zur Hälfte mit dem notwendigen Wissen ausgestattet, obwohl er einschlägig ausgebildet sein sollte", ist vom EDVg-debis Systemhaus, einem führenden Anbieter vielseitiger Netzwerkdienstleistungen, zu hören.
Netzwerkbranche boomt - Personalmangel wächst
Für das rasante Wachstum des gesamten Netzwerk-Services Markt gibt es beeindruckende Prognosen. In Österreich hat sich allein die Anzahl der Internetanschlüsse in zwei Jahren verdreifacht. Ein Viertel aller Berufstätigen arbeiten in einem Unternehmen, das einen Internetanschluß besitzt (Spectra Marktforschung). Laut Gartner Group benötigen - je nach Komplexität des Clients - etwa 40 vernetzte Arbeitsplätze eine Person als Netzwerksupport.
Der heutige personelle Engpaß im Bereich Netzwerktechnik wird in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen. Die Wachstumsraten der Nachfrage nach kompetentem Know-how wird zwar flacher verlaufen als das Wachstum des Netzwerk-Services Marktes selbst, aber eine jährliche Quote von 20 Prozent neuer Jobs in diesem Segment bleibt für die nächsten Jahre regelmäßig zu füllen.
Ausbildungsprogramm für Trainees
Wenn Claus Haiden, Leiter des Bereichs Communication Platforms beim EDVg-debis Systemhaus, über den Bedarf an Nachwuchskräften im Netzwerkbereich spricht, dann tut er das nicht nur theoretisch. Für einen der führenden IT-Dienstleister Österreichs bedeutet der rechtzeitige Ausbau entsprechenden, technischen Fachwissens Wettbewerbsvorteil und Qualitätssteigerung beim Kunden. Das derzeitige Angebot am Personalmarkt erweist sich jedoch als denkbar karg.
Der eklatante Mangel an qualifiziertem Nachwuchs im Netzwerkbereich hat das Unternehmen dazu bewogen, ein eigenes Ausbildungsprogramm für Netzwerk-Trainees zu starten. "Wir haben in der ersten Jahreshälfte in mehreren Wellen etwa 1.000 HTL-Absolventen in Wien, Niederösterreich und Burgenland angeschrieben, um ihnen bei entsprechender Eignung eine feste Anstellung mit einer 6-monatigen Ausbildung zum Netzwerktechniker anzubieten. Unterstützt haben wir diese Initiative durch Inserate und Pressearbeit und dadurch etwa 250 interessierte Erstkontakte generiert."
Daraufhin fanden etwa 40 konkrete Bewerbungsgespräche statt. Nachdem eine Reihe anderer Faktoren die Auswahl einschränkten (Teamfähigkeit, Kommunikation, Wohnort usw.), wurden schließlich 5 Bewerber für das eigens entwickelte Trainee-Programm des EDVg-debis Systemhaus aufgenommen. "Gerne hätten wir noch mindestens drei weitere Kandidaten gehabt", sagt Claus Haiden.
Fachschulen nur ein erster Schritt
Die spezialisierten Fachhochschulen für Telekommunikation sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch gibt es erst seit heuer die ersten Absolventen, und der Bedarf steigt unverhältnismäßig rasant, sagt Haiden. Darüber hinaus ist kaum ein Segment der IT-Dienstleistung mehr Wandel unterworfen als die Netzwerktechnologien. Die Zykluszeiten der Innovation erfordern rasches Umsetzen; kein Anwender will auf Mehrwertdienstleistungen im Kommunikationsbereich verzichten, wenn er damit sein Geschäft noch besser unterstützen kann.
Der heutige Informatikunterricht in den Schulen generiert "small-office"-Techniker zur Betreuung lokaler Netzwerke. Im Zuge der mittlerweile wachsenden Bedeutung des Internet für zahlreiche Geschäftsprozesse - auch schon bei kleineren Unternehmen - bekommt die Netzwerktechnik einen besonderen Stellenwert. Wenn kritische Applikationen wie Kundeninformationssysteme, Informationsdatenbanken, Sales-Support-Anwendungen zusehends vielschichtiger werden, dann muß Konzeption und Design, Anbindung an die bestehenden Applikationen, die Kostenoptimierung, aber auch die Fehlerbehebung einfach stimmen.
Anforderungen wachsen
Dazu kommt, daß die Anforderungen an den Servicegrad (Servicezeiten, Verfügbarkeit, Ausfallssicherheit, Traffic-Optimierung usw...) kontinuierlich anwachsen. Kompetente Spezialisten müssen daher ununterbrochen die Leistungsfähigkeit der benutzten Netzwerke, deren Komponenten und deren technische Veränderungen auch immer besser im Griff haben. Aufgrund der Komplexität gehen viele Unternehmen daher den Weg, alle diese hochspezialisierten Leistungen "outzusourcen" und externe Dienstleister mit derartigen Aufgaben zu betrauen.
Das EDVg-debis Systemhaus betreut heute bereits rund 20.000 Arbeitsplätze verschiedener Kunden in ganz Österreich. Mit dem zu Jahresende abgeschlossene Traineeprogramm wird die Anzahl der Netzwerktechniker für das Wachstum im kommenden Jahr zunächst ausreichen, auch wenn weitere Spezialausbildungen zur Vertiefung gewisser Themen vorgesehen sind. Für das Jahr danach wird man wohl schon Anfang nächstes Jahres wieder neue Bewerber suchen müssen. http://www.edvg.co.at
Information: Josef Brainin, EDVg-debis Systemhaus, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Hofmühlgasse 3-5, 1060 Wien, Tel. 01/599 07-1426, Fax DW 1414. E-Mail: josef_brainin@edvg.co.at (Ende)
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