pte19980227001 in Business
Netz soll schneller, aber nicht teurer werden
Trotzdem werden US-News im Internet bald gebührenpflichtig
New York (pte (pte001/27.02.1998/07:00)
Eine neue Untersuchung des Marktforschers Yankee Group kommt zum Ergebnis, daß zwar zwei Drittel der Befragten einen schnelleren Internet-Zugang wünschen, jedoch lediglich zehn Prozent dazu bereit sind, auch nur 500 Schilling im Monat dafür zu bezahlen. Rund 1.900 US-amerikanische Privathaushalte wurden dazu befragt.Verschiedene Online-Magazine - darunter Slate, Business Week Online und Marvel Comics -
haben unterdessen mit Planungen begonnen, ihre Inhalte im Rahmen eines kostenpflichtigen Abonnements anzubieten. "Die Experimentier-Phase ist vorbei - 1998 wird Geld verdient", erklärte jetzt der Chef des Internet-Nachrichtenservice MSNBC, Jim Kinsella. Das von ihm gemanagte Programm wird schon bald ein "Premium"-Angebot für zahlende Kunden bereitstellen.
Das wird "Web-Surfer" ärgern, die es gewohnt sind, aus dem Internet fast alles kostenlos herauszuholen, von der Software bis zur Telefon-Auskunft. Bisher hatte vor allem die Pornobranche im Internet systematisch Gebühren eingetrieben. Das ändert sich nun langsam auch im Bereich der Nachrichten bei den US-Betreibern populärer Internet-Seiten. Bei den hunderten Magazinen und Zeitungen, die sich im Internet mit gebührenfreien Online-Versionen ihrer Druck-Erzeugnisse etablierten, wollen immer mehr nicht nur Werbe-Einnahmen kassieren.
Sie folgen dem Vorbild der Online-Ausgabe des "Wall Street Journal", das von seinen 150.000 zahlenden Kunden jährlich jeweils 49 Dollar eintreibt. Auch das Online-Magazin "Slate" möchte von seinen Lesern ab 9. März rund 250 Schilling Jahresgebühr eintreiben. Bisher erschien "Slate" kostenlos und wird von 270.000 Online-Lesern mehr oder weniger regelmäßig genutzt. Die Zahl verdoppelte sich fast seit dem vergangenen November.
Ein erhebliches Sinken der Leserzahlen scheint aber unvermeidlich. Beim "Wall Street Journal" schrumpfte die Zahl der Online-Leser unmittelbar nach dem Einführen der Gebühr von 650.000 auf 50.000 und stieg dann wieder langsam. Die Zeitung ist aber für Geschäftsleute Pflichtlektüre. Eine solche feste Lesergruppe hat "Slate" nicht. Für dieses Jahr haben auch das Magazin "Business Week" und die nur im Internet erscheinenden Magazine "Salon" und "Money.com" Gebühren angekündigt.
Auch viele andere Zeitungen rüsten sich schon für den Zeitpunkt, an dem sie auf eine feste Online-Leserschaft bauen und von Abonnenten Gebühren verlangen können. Vorreiter wie die "New York Times" verlangen von ihren Lesern die Registrierung, bieten aber vorläufig in Nordamerika die komplette Tagesausgabe kostenfrei an. Nur Leser aus Übersee müssen eine monatliche Gebühr von 35 Dollar entrichten. (Ende)
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