pts20211130005 Umwelt/Energie, Unternehmen/Wirtschaft

Netto-Stromimporte wieder stark gestiegen

Richtungswechsel nur durch einen offensiven Ausbau der erneuerbaren Energien möglich


Österreichs Nettostromimporte (Grafik: IG Windkraft)
Österreichs Nettostromimporte (Grafik: IG Windkraft)

St. Pölten (pts005/30.11.2021/08:20) Mehr als 5 Mrd. kWh wird heuer der Netto-Stromimport betragen und damit um rund 75 Prozent über dem Wert des Vor-Corona-Jahres 2019 liegen. Damit erreicht dieser wieder rund 7,5 Prozent des gesamten Inlandstromverbrauchs. "Leider treten wir beim Ausbau der erneuerbaren Energien nach wie vor auf der Stelle. Das ist sehr bedauerlich, denn die Verfügbarkeit von Ökostrom kann die Stabilisierung der Strompreise ermöglichen und sichert die Wertschöpfung in Österreich, anstatt Kohle- und Atomkraftwerke in den Nachbarländern zu unterstützen", bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und fordert die Politik auf allen Ebenen auf, sich endlich proaktiv für eine deutliche Beschleunigung der Energiewende einzusetzen.

Nach aktuellen Zahlen der E-Control und einer Abschätzung der Stromsituation im aktuellen Quartal zeichnet sich nach dem Corona-Ausnahmejahr 2020 wieder ein starker Anstieg des Netto-Stromimports nach Österreich ab. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 wird es 2021 voraussichtlich zu einem Anstieg um mehr als 75 Prozent kommen. Das sind mehr als 5 Milliarden kWh Netto-Stromimport und diese entsprechen rund 7,5 Prozent des Inlandstromverbrauchs. "Leider hat sich in Österreich die Ausbaugeschwindigkeit der Ökostromkraftwerke in den letzten Jahren extrem verlangsamt. So ist es kein Wunder, dass der Netto-Stromimport heuer wieder stark zugenommen hat", bemerkt Moidl: "Österreich muss endlich die Handbremsen beim Ausbau der erneuerbaren Energien lösen und bei der Energiewende voll durchstarten. Das schützt nicht nur das Klima, sondern stärkt auch Österreichs Wirtschaft."

Fossile Abhängigkeit kostet Österreich Milliarden

Durch die in den letzten Monaten stark gestiegenen Preise bei Erdgas und Kohle, sind auch die Strompreise regelrecht durch die Decke gegangen. Im Vergleich zu den Strompreisen vor einem Jahr haben sich diese verachtfacht. "Damit solche Ausschläge der Strompreise in Zukunft verhindert werden können, muss der Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich beschleunigt werden", fordert Moidl. Die preisdämpfende Wirkung der erneuerbaren Energien wurde nicht nur in mehreren Studien immer wieder bestätigt, sondern ist Realität auf den Strombörsen Europas. So zeigte eine Studie der Universität Erlangen, dass sich Deutschland von 2011 bis 2018 im Summe 70,6 Mrd. Euro netto durch ihren Ökostrom erspart hatte. Die Kosten für die Ökostromförderung wurden bei dieser Summe bereits abgezogen.

Millionengeschenke an Kohle- und Atomkraftwerke der Nachbarstaaten

Bei den hohen Stromkosten der letzten Monate steigt auch der Preis, den Österreich für die Stromimporte zahlen muss. In Summe werden sich die Kosten für das Jahr 2021 auf rund 420 Millionen Euro belaufen. "Geld, das viel besser in Österreich, in die Errichtung von Windrädern investiert wäre als in die Kohle- und Atomkraftwerke unserer Nachbarländer", betont Moidl: "Österreich kann wirtschaftlich enorm vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren. Die ausreichende Verfügbarkeit von sauberem Strom aus erneuerbaren Energien, der noch dazu die Preise dämpft, wird zu einem der bedeutendsten Faktoren für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich werden."

Zur gesamten Pressemappe mit weiteren Hintergrundinformationen: https://www.igwindkraft.at/?mdoc_id=1047250

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Aussender: IG Windkraft
Ansprechpartner: Mag. Martin Jaksch-Fliegenschnee
Tel.: +43 660 20 50 755
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