pts20000114027 in Business
Natürliches Gehen mit Prothesen
Wiener Innovationspreis-Kandidat gelingt Quantensprung bei künstlichen Gelenken
Wien (pte) (pts027/14.01.2000/14:00)
Ein Quantensprung in der Beinprothetik ist dem Wiener Unternehmen Otto Bock Austria GesmbH http://www.ottobock.de gelungen. Das Unternehmen entwickelte ein C-LEG genanntes Kniegelenk, das über eine elektronische Steuerung verfügt. Für Beinamputierte bedeutet das neue System eine Annäherung an den natürlichen Bewegungsablauf sowie mehr Sicherheit bei der Fortgewegung. Für seine Entwicklung erhielt Otto Bock im Vorjahr den Mercur 1999, den Innovationspreis der Wiener Wirtschaftskammer http://wkw.at , und ist somit einer der Kandidaten für den Staatspreis für Innovation, der am 24. Jänner verliehen wird.Generell kommt es mit C-LEG zu einer höheren Mobilität, erklärt Otto Bock-Geschäftsführer Peter Gammer: "Der Patient kann sich unbeschwert bewegen - ob beim Treppengang, auf der abschüssigen Rampe oder auf unebenen Geländeformationen wie z.B. auf Waldböden. Das C-LEG stellt sich automatisch darauf ein, das gesunde Bein wird geschont."
C-LEG ist das erste vollständig mikroprozessor-gesteuerte Kniegelenksystem. Das System besteht aus einer Kniegelenkeinheit, dem elektronischen Rohradapter mit Kraftmesseinheit, einem Fuß und einem
Drehadapter. Herzstück der Elektronik ist ein computergestütztes Ablaufverfahren, das alle Mess-, Steuer- und Regelabläufe koordiniert. Damit werden die Vorteile von Pneumatik und Hydraulik verbunden.
C-LEG beeinflusst und steuert die Schwung- und Standphase des Knies elektronisch und erweitert dadurch den Funktionsbereich der Prothese. Anhand der eingebauten Sensorik erkennt das Kniegelenk, in welcher
Phase des Schrittes sich der Patient gerade befindet. Die maßgeblichen Eingangssignale hierfür sind der Beugewinkel und die Winkelgeschwindigkeit des Kniegelenks. Die erforderlichen Dämpfungsmomente für Extension und Flexion (Beugung und Streckung) werden von einem Hydraulikzylinder aufgebracht, dessen Ventile von Servomotoren verstellt werden. Zwei Mikrokontroller erreichen die für die jeweilige Schrittphase notwendige Ventilstellung
Für die Steuerung von Schwung- und Standphase sind bei jedem einzelnen Schritt des Patienten mehrere Veränderungen der Bewegungswiderstände notwendig - pro Tag müssen hierbei je nach Mobilität des Prothesenträgers bis zu 50.000 Ventilverstellungen vorgenommen werden. Für die Energieversorgung sorgt ein Akkumulator, der täglich zu laden ist.
Der Entwicklungsaufwand für C-LEG betrug bis Ende des Vorjahres rund 32 Mio. Schilling. Mit dem Produkt kreierte Otto Bock, Österreich-Tochter des weltweit agierenden deutschen Otto Bock-Konzerns, einen Verkaufsschlager: CLEG wurde im abgelaufenen Jahr bereits zum umsatzstärksten Erzeugnis von Otto Bock, das Prothesensystem wurde rund 900 Mal zu Stückpreisen von durchschnittlich 280.000
Schilling verkauft. Durch die Umsatz- und Ertragssteigerungen erhöhte sich die Beschäftigtenzahl binnen dreier Jahre auf nun 134 Mitarbeiter, der Bereich F&E wurde um acht Mitarbeiter aufgestockt.
Das Unternehmen:
Otto Bock Austria GmbH
Kaiserstraße 39, 1070 Wien
Tel.: 01 / 5233786
E-Mail: halbauer@austria.ottobock.de
Ansprechpartner: GF Peter Gammer
Umsatz (Erwartung 1999): 161 Mio. Schilling (Ende) (Ende)
| Aussender: | ITTI: Informationstransfer für neue Technologien und Innovationen |
| Ansprechpartner: | Georg Panovsky |
| Tel.: | 01-4061522-46 |
| E-Mail: | panovsky@pressetext.at |
| Website: | www.fff.co.at/ |
