Evonik will Immobilien-Börsengang riskieren
Vorbereitungen für 2010 - Spezialchemie als Kerngeschäft
Essen/Frankfurt (pte015/17.12.2009/11:30) Der deutsche Mischkonzern Evonik http://www.evonik.de will sich zukünftig noch stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren und strebt einen Börsengang seiner Immobilientochter an. Bei der hauseigenen Energiesparte beabsichtigt man zudem mit einem Partner zu kooperieren. Die Pläne sollen bereits Anfang des kommenden Geschäftsjahres umgesetzt werden. "Wir nehmen Partner ins Energiegeschäft, behalten es aber als Beteiligungsunternehmen im Konzern", lässt sich eine mit den Vorhaben vertraute Person von der Financial Times Deutschland zitieren.
Mit Spezialchemie in die Zukunft
"Die gestrige Aufsichtsratsentscheidung, sich langfristig auf das Kerngeschäft Spezialchemie zu konzentrieren, ist aus der Industrielogik heraus die richtige Strategie. Ob man aber fünf bis sechs Mrd. Euro aus dem Immobilien-IPO tatsächlich erzielen kann, wage ich zu bezweifeln", so WestLB-Analyst Norbert Barth auf Nachfrage von pressetext. Dem Fachmann nach macht das Kerngeschäft Spezialchemie für Evonik aktuell schon rund drei Viertel des Umsatzes aus, sodass die weitere Forcierung dieses Bereiches für Barth einen "logischen Schritt" darstellt.
Um das Mammutprojekt bis 2012 in die Tat umzusetzen, soll in einem ersten Schritt die 100-prozentige Tochter Evonik Immobilien mit dem Wohnungsbetreiber THS fusioniert werden. An THS sind sowohl Evonik als auch die Gewerkschaft IG BCE zu je 50 Prozent beteiligt. Läuft alles wie geplant, dann entstünde mit dem Zusammenschluss sowie rund 130.000 Wohnungen der drittgrößte Vermieter Deutschlands. Die IPO-Erlöse benötigt Evonik, um seine Eigner zu besänftigen. Dem Bericht nach üben diese massiven Wertsteigerungsdruck auf Evonik aus.
Druck der Anteilseigner treibt Umbau
Der Finanzinvestor CVC will dem Vernehmen nach 2013 bei Evonik aussteigen. Dieser hält 25,01 Prozent. Die RAG-Stiftung als Mehrheitseigner soll das Evonik-Vermögen nutzen, um die Restkosten des auslaufenden Steinkohlebergbaus zu bezahlen, ohne den Steuerzahler auf der Tasche zu liegen. Das Kraftwerksbusiness soll auch künftig weiter eigenständig bleiben. Ziel sei es, dass der fünftgrößte Stromerzeuger mithilfe von externen Kapitalgebern vor allem sein Geschäft als unabhängiger Betreiber von Kohlekraftwerken im Ausland stark vorantreibt.
Das Chemiesegment soll Produkte für mehr Energieeffizienz wie Lithiumionenbatterien und Wirkstoffe für die Ernährungs- und Pharmaindustrie sowie Chemikalien, die als Vorprodukte für die Produktion von Laptop-Bildschirmen dienen, herstellen. Diese Evonik-Sparte hat eigenen Angaben nach 2008 rund 11,5 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet und rangiert als der zweitgrößte Spezialchemiehersteller hinter Akzo Nobel. Nicht mehr passende Bereiche will das Management verkaufen. Dies soll ersten Schätzungen nach rund eine Mrd. Euro bringen.
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