pts20050428016 Technologie/Digitalisierung, Unternehmen/Wirtschaft

Österreichische Webseiten benutzerfreundlich, aber oft nicht gesetzeskonform

webcheck.2005: Roland Berger und diamond:dogs untersuchen Webauftritt der Top500


Wien (pts016/28.04.2005/09:15) Der Handel im Internet weist in Europa seit Jahren eine steigende Tendenz auf, trotzdem ziehen sich in Österreich immer mehr Unternehmen aus dem Online-Geschäft zurück. Allerdings werden die heimischen Webseiten immer benutzerfreundlicher, bieten hauptsächlich Informationsinhalte und setzen auf die Interaktion mit dem Kunden. Zwei Drittel entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen. Das sind einige Ergebnisse des webcheck.2005, der heute von Roland Berger Strategy Consultants und der diamond:dogs group in Wien präsentiert wurde.

"In Österreich ist eine gewisse 'Online-Schizophrenie' zu beobachten. Während die Umsätze mit E-Commerce in ganz Europa kräftig zulegen, stagniert hier zu Lande die Entwicklung und immer weniger Unternehmen bieten ihre Produkte und Dienstleistungen auch im Web an", erklärt Vladimir Preveden, Studienautor und Senior Project Manager bei Roland Berger. So wuchs der deutsche Internet-Handel 2004 um 76% auf 203 Mrd. EUR, in Österreich lag der Wert mit 2,8 Mrd. EUR auf dem Niveau von 2003. Auch nutzen nur noch 29% der heimischen Unternehmen das Internet für E-Commerce-Zwecke, 2002 waren es dagegen noch 38%. "Österreichs Online-Handel steckt noch in den Kinderschuhen", so Preveden.

Mangelhafte Umsetzung des E-Commerce-Gesetzes
Seit dem webcheck.2002 hat sich die Usability der Webseiten von Note 3,1 auf 2,7 (Grundlage ist das deutsche Schulnotensystem von 1 = Sehr gut bis 6 = Ungenügend) verbessert. Allerdings entsprechen 67% aller Internetseiten nicht den gesetzlichen Bestimmungen: "Es fehlen oft simple Angaben wie E-Mail-Adresse, Umsatzsteuer-identifikationsnummer (UID) oder Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs). Selbst einige der untersuchten Online-Shops haben hier Nachholbedarf", erläutert Ulf Deecke, Geschäftsführer der diamond:dogs group.

Kunden durch Webangebot flexibler
Die Angst der Unternehmen, dass das Internet die Loyalität ihrer Kunden beeinträchtigt, wächst - ihr Anteil stieg von 25% im Jahr 2002 auf aktuell 32%. "Die Kunden sind durch die Möglichkeit des schnellen Preisvergleichs und den internationalen Zugang zu Lieferanten zwar zu Wanderern geworden und streuen ihre Ausgaben nun breiter, sie kehren einem Anbieter aber nur ganz selten vollends den Rücken", sagt Preveden.

Das Zauberwort gegen die Abwanderung von Kunden heißt Kundenbindung über das Internet. "Bereits 67% aller österreichischen Unternehmen sind in diesem Bereich aktiv. Der Wert hat sich seit 2002 verdoppelt. Trotzdem gibt es hier noch Aufholbedarf, da knapp 40% nur auf Standardinstrumente wie Newsletter zurückgreifen", meint der Strategieberater.

Unternehmen sparen beim Webauftritt
"War das Internet 2000 noch ein gutes Sprungbrett, um Karriere zu machen, so fristen die heutigen Internetverantwortlichen überwiegend ein Sachbearbeiterdasein", umreißt Deecke den aktuellen Stellenwert im Unternehmen. In mehr als zwei Drittel der Fälle ist das Internet dem Marketing zugeordnet. Diese Situation deckt sich mit der Aussage, dass der Webauftritt ein zentraler Bestandteil der Kundenkommunikation ist. Für den Internetexperten gehört das Internet jedoch zum Vertrieb: "Gerade dort könnte durch E-Commerce die Geschwindigkeit des Geschäftes erhöht und damit eine zentrale Erwartung der Befragten erfüllt werden."

Starker Trend zum Mittelmaß
Die besten Webseiten kombinieren Zielgruppenorientierung, Produktinformation, Services und Shop in übersichtlicher Art und Weise. Und acht der Top 10 dieser Studie erfüllen die Kriterien des E-Commerce-Gesetzes.

An der Börse notierte Unternehmen in Streubesitz engagieren sich bei ihren Webseiten in besonderem Maß - 50% der Top 10 sind ATX-Unternehmen. Konsumgüterunternehmen dagegen scheinen trotz ihrer Nähe zum Endkunden sogar unter den Top 20 nur zu 25% auf. Generell dominiert die Note "Befriedigend" den webcheck.2005.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.webcheck.at. Die Studie webcheck.2005 können Sie kostenlos über Roland Berger Strategy Consultants (s.u.) beziehen.

webcheck.2005 ist eine Fortsetzung der Initiative webcheck.2000 und webckeck.2002, einer Kooperation des Internet-Dienstleisters diamond:dogs und der Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants. Im webcheck.2005 wurden die Kategorien Design, Usability, Informationsgehalt, Interaktivität, Aktualität und Technik bewertet. Zusätzlich wurde untersucht, ob die Webseiten dem E-Commerce-Gesetz entsprechen.

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 31 Büros in 22 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 1.630 Mitarbeiter haben im Jahr 2004 einen Honorarumsatz von 530 Mio. EUR erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von mehr als 130 Partnern.

Die diamond:dogs group ist ein ganzheitlicher Lösungsanbieter für das Internet. Das Leistungsangebot umfasst die Erarbeitung von Internetstrategien, die Konzeption der Websites und E-Commerce-Lösungen, ihre technische und grafische Realisierung sowie die notwendigen Marketingstrategien. 1999 gegründet ist die diamond:dogs group inzwischen die größte New Media Agentur Österreichs.

Weitere Informationen:
Roland Berger Strategy Consultants
Dr. Vladimir Preveden
Freyung 3/2/10
1010 Wien
Tel. +43-1-536 02-101
E-Mail: vladimir_preveden@at.rolandberger.com

diamond:dogs group
Ulf Deecke BA (Hons.)
Porzellangasse 3/5
1090 Wien
Tel. +43-1-315-67-21
E-Mail: udeecke@diamonddogs.cc

(Ende)
Aussender: Roland Berger Strategy Consultants
Ansprechpartner: Mag. Matthias Sturm
Tel.: +43/1/402 48 51-173
E-Mail: sturm@tsp.at
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