Alternative Telekom-Netzbetreiber setzen 25 Mrd. Schilling um
VAT-Präsident Schuberth drängt auf rasche Schmid-Nachfolge
Wien (pte035/08.11.2000/14:31) Die 22 alternativen Telekom-Netzbetreiber werden in diesem Jahr in Österreich einen Umsatz von 25 Mrd. Schilling erwirtschaften und bis zum Jahresende 2000 in Summe rund 50 Mrd. Schilling investiert haben. Dazu kommen weitere rund 23 Mrd. Schilling für die GSM- und UMTS-Lizenzen. Diese Zahlen wurden heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber, genannt. http://www.vat.at
Im Zeitraum von 1997 sind im Telekom-Bereich rund 7.000 neue Arbeitsplätze entstanden, wobei der Bedarf noch nicht abgedeckt ist. Die Liberalisierung des Sektors und damit der Wettbewerb macht sich deutlich bemerkbar: Im Vergleich zum Vorjahr sind die durchschnittlichen Telefonkosten pro Mitarbeiter von 6.900 auf 5.300 Schilling gesunken.
Gerhard Schuberth, Geschäftsführer der Colt Telecom Austria, forderte in seiner Eigenschaft als frischgekürter Präsident des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber die Politik dazu auf, "die bestehenden Behinderungen im Telekom-Bereich abzubauen". Jede weitere Verzögerung anstehender Probleme "bedeutet verlorene Marktchancen und verlorenes Geld", mahnte Schuberth.
Als Beispiel führte er die Novelle zum Telekommunikationsgesetz an, dessen Inhalt "die Themen, die wir gefordert haben, nicht berücksichtigt". Konkret nannte er den Instanzenzug und die lange Verfahrensdauer, die Umgehungsmöglichkeiten für die Marktbeherrschung (diese kann durch Ausgliederung in Tochtergesellschaften umgangen werden) und das Verbot der Quersubventionierung.
Ansätze für die von der Branche geforderte Beschleunigung des schleppenden Instanzenzuges ortet er im Gesetz über die zu gründende KomAustria - die Super-Medienbehörde für die Bereiche Telekommunikation, Internet und Medien. Schuberth dazu: "Ich wünsche mir für die zweite Instanz eine Entscheidungsfrist von zwölf Wochen, und zwar fachlich untermauert."
Am vordringlichsten sei es jedoch, den durch den Rücktritt von Infrastrukturminister Michael Schmid freigewordenen Posten so rasch wie möglich wieder zu besetzen. Schuberth: "Die Nichtkonformität in diesem Ministerium ist eine Katastrophe für unsere Branche." Nachsatz: "Schön wäre es, wenn es ein Fachmann wäre." VAT-Geschäftsführer Lothar Roitner erinnerte daran, dass der Schmid-Nachfolger bereits der fünfte für die Telekom-Branche zuständige Minister in fünf Jahren ist (Viktor Klima, Rudolf Scholten, Caspar Einem, Michael Schmid).
Durch den Schmid-Rücktritt sei die vom VAT urgierte "Grenzwerte-Verordnung" wieder auf die Warteliste gesetzt worden. Roitner: "Die Verordnung ist unterschriftsreif. Schade, dass sie Schmid nicht mehr unterfertigt hat." Auch das Thema "Entbündelung" sprachen beide Experten an. Der Umstand, dass die Entbündelung (Stichwort: last mile) nicht vollständig umgesetzt ist, beschränke die Wettbewerbsfähigkeit der alternativen Betreiber gegenüber der Telekom Austria (TA), indem die TA den Providern Nutzungsgebühren verrechnet.
"Ich bin über das Ergebnis der UMTS-Auktion sehr froh", resümierte der VAT-Präsident. Mit der Lizenzvergabe sei der Startschuss für den Aufbau der UMTS-Netze gefallen - "Jetzt geht es erst richtig los." Ein Grund mehr, "ordentliche und vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen", so Roitner.
Trotz des Handy-Booms und der beachtlichen Internet-Zuwächse rangiert Österreich im "Information Society Index" der International Data Corportation von rund 40 Staaten nur an der 16. Stelle. Die jährlich herausgegebene Studie ist ein Parameter, der anzeigt, wie intensiv die Staaten die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen. Fazit von Schuberth: "Vieles ist noch zu tun, um dorthin zu gelangen, wohin wir wollen." In diesem Sinne werde er sich für eine flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internetzugängen einsetzen.
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