pte19971010004 in Business
Mutationen nach Verstrahlung
Studie 11 Jahre nach Tschernobyl
New York (pte) (pte004/10.10.1997/12:48)
Europäische Forscher haben neue Anzeichen dafür geliefert, daß die radioaktive Verseuchung nach dem Atomreaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 zu vererbbaren Mutationen geführt hat. Nach einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der amerikanischen Zeitschrift "Nature" untersuchten die Wissenschaftler aus Schweden und Frankreich Veränderungen am Gefieder von Rauchschwalben aus der Gegend von Tschernobyl. Dabei zeigte sich, daß diese Veränderungen auch bei einem Großteil des Schwalben-Nachwuchses auftraten.Die Forscher verglichen Rauchschwalben, die zwischen 1991 und 1996 in der Umgebung von Tschernobyl gefangen worden waren, mit Artgenossen aus der Ukraine und Italien sowie Museumsexponaten aus allen drei Gegenden aus der Zeit vor dem Atomunfall. Bei 13 - 15 % der Tschernobyl-Schwalben fanden sie weiße Federn an Stellen, an denen das Gefieder normalerweise blau oder rot ist. Die weißen Federn sind die Folge genetischer Mutationen. Bei den anderen Schwalben traten sie nur bei 2% der Tiere auf. Um festzustellen, ob die Mutationen weitervererbt wurden, verglichen die Wissenschaftler anschließend die Elterntiere und deren Nachwuchs. Dabei stellte sich heraus, daß nur 13 % der Jungschwalben mit normalen Eltern weiße Federn hatten, aber 85 % der Tiere, deren Eltern die Mutation aufwiesen.
Eine andere Studie kommt zu dem Schluß, daß bestimmte Veränderungen in der Erbsubstanz bei den Tschernobyl-Schwalben zwei- bis zehnmal so häufig auftraten als bei anderen Schwalben. Bereits im vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler Mutationen bei Menschen und Wühlmäusen infolge der Strahlung nachgewiesen, die an die Nachkommen weitervererbt wurden. (Quelle: nature) (Ende)
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