pte19971015009 in Business
Mit den Händen sehen
Bei Blinden übernimmt das Sehzentrum "Tast"-Aufgaben.
London (pte) (pte009/15.10.1997/21:15)
Daß "Blinde mit den Händen sehen" ist mehr als nur die metaphorische Umschreibung ihrer Fähigkeit, die aus erhabenen Punkten zusammengesetzte Braille-Schrift mit den Fingerkuppen ertasten zu können: Die Tasteindrücke werden bei früh erblindeten Menschen in weit stärkerem Maße als bisher angenommen in derjenigen Gehirnregion zu Buchstaben und Wörtern umgesetzt, die bei Sehenden der Verarbeitung visueller Eindrücke dient.Das Sehzentrum in der Großhirnrinde scheint dabei ein Monopol auf bestimmte Tasteindrücke erworben zu haben: Denn Blinde können mit den ertasteten Informationen nichts mehr anfangen, wenn ihr visuelles Zentrum durch eine magnetische Stimulierung kurzzeitig gestört wird, wie US-amerikanische und japanische Wissenschaftler in der Wissenschaftszeitschrift Nature veröffentlicht haben.
Die Tastwahrnehmung von Sehenden wird dagegen durch die Irritation des Sehzentrums nicht beeinträchtigt. Das Sehzentrum scheint demnach - offenbar als das für die Identifzierung von Braille besser geeignete Gehirnareal - ganze Aufgabenbereiche vom Tastzentrum komplett zu übernehmen. Und noch einen Schluß läßt die Untersuchung zu: Blinde nehmen mit ihren Händen mehr wahr, als Sehende es je könnten.
* Zahlreiche Gene sind Risiko-Faktoren für Alzheimersche Erkrankung *
Dieser Schluß läßt sich aus einer Studie ziehen, die US-Forscher im Journal der Amerikanischen Medizinischen Gesellschaft veröffentlicht haben. Forscher von fünf US-Kliniken und Universitäten, sowie eines Pharma-Unternehmens schreiben darin, es sei ihnen gelungen, weitere Regionen auf den Chromosomen 4, 6, 12 und 20 einzukreisen, die mit der Entstehung der Alzheimerschen Erkrankung zusammenhängen.
Den größten Einfluß scheint dabei ein Gen auf Chromosom 12 zu haben. Es könne für bis zu 15 Prozent der Alzheimerschen-Erkrankungen verantwortlich sein. Jetzt soll die Region auf Chromosom 12 genauer entschlüsselt werden.[Quelle: mawi; eurekalert]
* Erstmals Knochenmark-Bildung bei Haien angeregt *
Tokio - Japanischen Forschern ist es gelungen, Haifische zur Bildung von Knochenmark anzuregen. Haie und andere Knorpelfische haben im Gegensatz zu höheren Wirbeltieren kein eigenes Knochenmark. Forscher der Universität Tokio haben in das Rückgrat eines Hais winzige Bruchstücke des Minerals Apatit eingepflanzt und so die Bildung von Knochenmark-Gewebe ausgelöst. Apatit ist ein wichtiger Bestandteil von Knochen und Zähnen höherer Wirbeltiere.
Die Forscher gehen davon aus, daß Apatit elektrische Ströme entstehen läßt, die wiederum einen genetischen Schalter anknipsen - zur Bildung von Knochenmark. Die Knochenmarkbildung ließ sich auch direkt mit gezielten Stromstößen anregen. Mit ihren Experimenten ist es den japanischen Forschern gelungen, einen bedeutenden Schritt in der Evolution der höheren Wirbeltiere nachzuvollziehen. Zum anderen hoffen sie auf Erkenntnisse für die Herstellung von künstlichem Knochenmark aus gewöhnlichem Körpergewebe. [NIKKEI] (Ende)
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