pte19971009011 in Business
Medikamente vom Rapsfeld
Preiswerte Arzneimittel aus genetisch veränderten Pflanzen
Toronto (pte) (pte011/09.10.1997/20:30)
Nach ersten Marktversuchen mit Produkten aus transgenen Kulturpflanzen stehen die Zeichen für die nächste Generation günstig, wenn es nach den Chemieriesen geht. Die Pflanzen sollen neben der Produktion besonders nährstoffreicher Erzeugnisse auch zur Herstellung von Medikamenten dienen. Kanadische Forscher konnten so etwa ein tierisches Anti-Blutgerinnungsmittel von Pflanzen synthetisieren lassen.Nachdem sich die erste Welle transgener Pflanzen in den Verkaufsregalen amerikanischer Supermärkte etablieren konnte, setzt die Genindustrie mit neuen Entwicklungen nach. Dabei steht nicht mehr nur ein appetitlicheres Aussehen oder eine bessere Haltbarkeit im Vordergrund, vielmehr werden die neuen Produkte auf einen hohen Gehalt an besonderen Inhaltsstoffen getrimmt. "Wir haben gerade mit der Werbung für hochgradig ölsäurehaltiges Sojaöl begonnen", schildert Anthony Kinney vom US-Chemie-Riesen DuPont (http://www.dupont.com) die Aufbruchstimmung. Durch die hohe Ölsäurekonzentration soll die Haltbarkeit des Speiseöls erhöht werden. Es enthält so gut wie keine mehrfach ungesättigten Fettsäuren mehr und ist so besser gegen den Verderb durch Luftsauerstoff geschützt.
Legt der gesundheitsbewußte Verbraucher dagegen Wert auf ungesättigte Fettsäuren, die im Ruf stehen, gegen Herzkreislaufkrankheiten vorzubeugen, so bietet DuPont auch dazu die geeignete Sojabohne; "Wir haben auch Sojabohnen entwickelt, die praktisch nur noch ungesättigte Fettsäuren enthalten." Um die Fettsäure der Wahl zu erhalten, seien nur geringe Eingriffe in den pflanzlichen Syntheseprozeß notwendig.
Einen Schritt weiter gehen kanadische Biologen. Ihnen ist es gelungen, Gene von tierischen Eiweißen auf Raps zu übertragen. Der transgene Raps produziert jetzt Hirudin, ein aus Blutegeln stammendes Eiweiß, das die Blutgerinnung hemmt. Dies sei aber nur der erste Schritt zur "molekularen Landwirtschaft", erläutert Professor Wolfgang Friedt vom Institut für Pflanzenbau der Universität Gießen (http://www.uni-giessen.de): "Der neue Aspekt ist, daß Pflanzen gänzlich neue Inhaltsstoffe erzeugen, die einen hohen Wert haben." Bisher sei die Gewinnung solcher Stoffe oft sehr aufwendig und teuer gewesen. Ein weiterer Vorteil sei, daß man nun auf den Verlust an Tieren, wie zum Beispiel Blutegel, verzichten könne. (Ende)
| Aussender: | pressetext.austria |
| Ansprechpartner: | ws, email: <A HREF=mailto:redaktion@pressetext.at>redaktion@pressetext.at</A>, Tel. 01/402 48 51 |
| Website: | pressetext.at |
