pts19991116004 in Business
Medikamente gegen Methadonsucht und Fieberblasen
Produkte von Hämosan sollen in wenigen Jahren Marktreife erlangen
Graz (pte) (pts004/16.11.1999/08:00)
Die steirische Hämosan GesmbH http://www.haemosan.at/ in Graz arbeitet an der Entwicklung zweier neuartiger Medikamente. Dies ist zum einen das Mittel "Alpha", das weltweit erste und einzige Medikament zur Beschleunigung des Methadonenzuges. Das zweite Medikament ist "Hypericin". Es entspricht in seiner Wirksamkeit gegen Fieberblasen dem synthetischen Zovirax, hat jedoch den Image-Vorteil des natürlichen Produktes.Da etwa ein Drittel der Bevölkerung unter wiederkehrenden Fieberblasen leidet, wird das Marktpotenzial für Hypericin sehr hoch eingeschätzt. Circa 150 Personen, welche an Fieberblasen litten, wurden bereits erfolgreich mit dem Produkt versorgt. Hypericin soll als Salbe und in der Form eines Lippenstiftes auf den Markt gebracht werden.
Alpha wiederum soll die oftmals tödlichen Folgen der Methadonabhängigkeit und den schmerzhaften Entzug lindern. Geht man von Österreich mit seinen 2000 Drogenabhängigen aus, die Methadon erhalten, so ergibt sich in der westlichen Welt ein Kreis von mindestens 400.000 Methadonempfängern. Firmengründer Herwig Reichl: "Weltweit gibt es 500.000 Drogenabhängige, die mit Methadon behandelt werden. Ein Viertel aller Drogentoten sind allerdings Methadontote." Reichl rechnet mit 20.000 bis 100.000 Behandlungen weltweit, wobei ein zusätzlicher Markt in der Behandlung von Vergiftungen durch basische Substanzen (z.B. Arzneimittelvergiftungen) entstehen kann. Das Patent für Alpha wurde bereits eingereicht, der Abschluss der klinischen Versuche ist für 2003/04 vorgesehen. Die Vermarktung in Form von Lizenzvergaben ist jedoch nur mit einem weltweit tätigen strategischen Partner aus der Pharmaindustrie möglich.
Die Anlaufkosten für beide Projekte betragen 5 Mio. Schilling, hinzu kommen rund 15 Mio. Schilling für klinische Studien. Finanzieren möchte Hämosan die beiden Projekte mit Geld privater Invesoren (4-5 Mio. Schilling), Venture Capital in der Höhe von 20 Mio. Schilling für klinische Studien und weitere 50 Mio. Schilling für Registrierung und Marketing in den Testmärkten. Weitere, über die klinischen Studien hinausgehende Forschungen sollen durch geförderte (inter)nationale Forschungsprojekte finanziert werden.
Alleiniger Gesellschafter von Hämosan ist Herwig Reichl. Er gründete die Firma 1988 mit dem Ziel, Zwischenprodukte für die pharmazeutische Industrie, vor allem aber BSA (Bovines Serum Albumin) aus Rinderblut für wissenschaftliche Forschung und für Pharmaprodukte zu produzieren. Mit dem Auftreten der Rinderseuche BSE war plötzlich die Nachfrage nach bovinen Produkten europäischen Ursprungs nicht mehr vorhanden. Somit war die Firma bereits 1989 gezwungen, sich intensiv mit dem Problemkreis der TSEs (Transmissible Spongiphorme Encephalopathien) auseinanderzusetzen, wollte sie weiterhin Produkte bovinen Ursprungs herstellen. Im Verlauf dieser regen Forschungstätigkeit wurde das Hämosafe-Verfahren entwickelt, das Erreger von TSEs und Viren deaktiviert.
Der Schwerpunkt der Firma liegt heute im F&E-Dienstleistungsbereich. Hämosan bietet Beratertätigkeit für Verfahrensentwicklung und den Bereich von Virus- und Prioneninaktivierung an. Mehr als 80% des jährlichen Gesamtumsatzes kommen aus dem Transfer von Know-How auf diesen Gebieten. Trotzdem behält die Firma die Produktion von einigen ganz speziellen BSA-Qualitäten bei, darunter auch die Herstellung von Hämosafe-BSA, dem weltweit einzigen BSA, das garantiert frei von Viren und Prionen ist.
Produkte wie Alpha oder Hypericin sind bis zur Produktreife gediehen, so dass sie nicht mehr in den Kernkompetenzbereich fallen, sondern von anderen Spezialisten weitergeführt werden müssen. Diese andere Ausrichtung ist kostspielig, während der Kernbereich mit geringem Aufwand profitabel weitergeführt werden kann. Herwig Reichl möchte daher zur Jahreswende das Unternehmen in zwei Bereiche trennen.
Das Unternehmen:
Hämosan Erzeugung pharmazeutischer Grundstoffe GesmbH
Kahngasse 7, 8045 Graz, Tel.: 03385-8117
Ansprechpartner: Mag. Herwig E. Reichl
E-Mail:haemosan@haemosan.at
Mitarbeiter: 6
Umsatz 1998: 3,4 Mio. Schilling (Ende)
| Aussender: | ITTI: Informationstransfer für neue Technologien und Innovationen |
| Ansprechpartner: | Mag. Robert Kleedorfer |
| Tel.: | 01/406 15 22-43 |
| E-Mail: | kleedorfer@pressetext.at |
| Website: | www.fff.co.at/ |
