Medienkompetenz schützt vor falschen News
Forscher Bill Lubinger von der Case Western Reserve University rät zu Vorsicht und Double-Check
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Bill Lubinger: Für den Medien-Profi ist Medienkompetenz extrem wichtig (Foto: case.edu)
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Cleveland (pte014/27.05.2025/09:10)
"Wenn die Öffentlichkeit nicht zwischen Fakten und Fiktion unterscheiden kann und sich nicht die Mühe macht, dies zu überprüfen, wird es gefährlich." Zu dem Schluss kommt Bill Lubinger, stellvertretender Vizepräsident für Medienarbeit an der Case Western Reserve University. Daher seien Medien- und Informationskompetenz für eine gebildete, frei denkende und prosperierende Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Diese Medienkompetenz zu gewinnen, sei jedoch herausfordernd.
Misstrauen bei Superlativen
Wenn Superlative wie "beispiellos", "erstmals", "größte", "nie zuvor" und ähnliche Begriffe benutzt werden, sollten User besser misstrauisch werden, meint der Medienwissenschaftler. "Ich würde auch zur Vorsicht bei der Berufung auf anonyme Quellen raten, insbesondere wenn keine Gründe dafür angegeben werden, warum die Informanten anonym bleiben möchten." Professionelle Journalisten sollten diesen nur in Ausnahmefällen und aus triftigen Gründen eine Plattform bieten.
Als besten Schutz vor Fake News rät Lubinger: "Diversifizieren Sie ihre Mediennutzung und nehmen Sie sich Zeit, die Quellen zu recherchieren. Seien Sie neugierig und gehen Sie über Schlagzeilen, Meldungen und Informationsschnipsel in den sozialen Medien hinaus. Fragen Sie sich, wie objektiv die Berichterstattung ist, ob sie fair und korrekt ist oder ob das jeweilige Medienunternehmen aus finanziellen oder anderen Gründen einer bestimmten Perspektive verpflichtet ist."
KI in falschen Händen riskant
Bei der Plattform "Truth Social", die US-Präsident Donald Trump betreibt, liegen die Beweggründe für die Nachrichteninhalte auf der Hand: Alles soll Trump und seinen Ideen nutzen. "Künstliche Intelligenz (KI) ist atemberaubend, das Potenzial ist spannend. In den falschen Händen ist KI jedoch beängstigend. Und sie wird sich in der gesamten Medienlandschaft weiter ausbreiten, sodass es für die Öffentlichkeit noch wichtiger wird, Fakten von Fiktion zu unterscheiden", so der Experte.
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