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pts20190617027 Politik/Recht, Umwelt/Energie

Marktstatistik der erneuerbaren Energien zeigt weiteren Abwärtstrend bei der Windkraft

Windkraftausbau und Arbeitsplätze netto wieder gesunken


St. Pölten (pts027/17.06.2019/13:40) - Seit 2014 ist der Windkraftausbau netto um fast zwei Drittel eingebrochen. Auch im Zuliefer- und Dienstleistungsbereich sind Umsatzrückgänge und Arbeitsplatzverluste zu verzeichnen. "Es ist höchste Zeit für eine Kurskorrektur Richtung Klimaschutz", fordert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Heute wird im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) die aktuelle Marktstatistik der erneuerbaren Energien unter dem Titel "Innovative Energietechnologien in Österreich - Marktentwicklung 2018" präsentiert. Für die Windkraft zeigt sich ein weiter sinkender Trend wie in den letzten Jahren. Konnten 2014 noch 141 Windräder netto errichtet werden, waren es 2018 nur mehr 53, da letztes Jahr auch 18 Windräder abgebaut wurden. Dies entspricht dem niedrigsten Wert seit dem Beginn des bestehenden Ökostromgesetzes 2012.

Der Rückgang des heimischen Windkraftausbaus hat mittlerweile auch Auswirkungen auf die heimische Zulieferindustrie. "Wir werden in den nächsten Jahren verstärkt international aktiv werden. Unter anderem auch weil der Zubau in Österreich in den kommenden Jahren nicht so voranschreiten wird, wie wir das in den letzten Jahren gesehen haben. Es gilt, auch Märkte außerhalb Österreichs zu finden", berichtet Thomas Schlegl, Geschäftsführer von eologix sensor technology. Eologix ist ein Start-up-Unternehmen aus Graz, das Eiserkennungssysteme für Windkraftanlagen entwickelt und herstellt.

Rückgang mittlerweile auch im Zulieferbereich

Neben dem Betrieb von Windrädern ist die österreichische Zulieferbranche international mit rund 180 Firmen sehr stark vertreten. Einzelne Firmen sind in ihren Branchen als Hidden-Champions sogar Weltmarktführer. Der Einbruch des Windkraftausbaus - alleine letztes Jahr ein Rückgang um 40 % - in ganz Europa hat aber auch Spuren in Österreich hinterlassen. So gingen die Umsätze auf rund 400 Mio. Euro um 12 Prozent zurück. Durch die schlechte Auftragslage mussten auch einzelne Zulieferbetriebe zusperren. In Summe kostete die Krise der europäischen und österreichischen Windbranche rund 400 heimische Arbeitsplätze. In Summe sind in Österreich 4000 Personen in der Windbranche beschäftigt, mit einem Umsatzvolumen der Branche von 915 Mio. Euro.

"Weltweit betrachtet, läuft es derzeit relativ gut. In Europa und vor allem in Deutschland und Österreich ist allerdings Krisenstimmung angesagt. Insgesamt ist das für die Energiewende und die ganze Wirtschaft, die da dran hängt, katastrophal," bemerkt Bernhard Zangerl, Geschäftsführer von Bachmann electronic.

Die Vorarlberger Bachmann electronic GmbH ist Nummer 1 in der Automatisierung von Windkraftanlagen mit über 100.000 installierten Systemen und einem Marktanteil von über 50 Prozent. "Europa ist dabei, sich von der bisherigen Know-how-Führerschaft bei den erneuerbaren Energien abzukehren, anstelle es als entscheidenden Wettbewerbsvorteil zur Sicherung von zigtausenden Arbeitsplätzen und zur Erreichung der Klimastrategieziele zu nutzen. Nur in einem klaren ambitionierten Rahmen kann sich die Branche positiv entwickeln", ergänzt Stefan Schafferhofer, Leiter der Business Unit Windenergie von ELIN Motoren. ELIN Motoren in Weiz ist ein führendes Unternehmen der Windbranche, was die Entwicklung und Produktion von kundenspezifischen Generatoren und Hauptkomponenten betrifft. Die Komponenten kommen beispielsweise auch in der derzeit weltweit größten Offshore-Serienwindkraftanlage zum Einsatz.

"Mittlerweile sind die Auswirkungen der stockenden Energiewende auch in Zahlen messbar. Es ist höchste Zeit für einen Kurswechsel beim Ausbau der erneuerbaren Energien Richtung Klimaschutz", ergänzt Moidl abschließend.

(Ende)
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