pte19971029007 in Business
Luftschadstoffe schmälern Ernten
Neue Kunststoffgele sollen als Umwelt-Antennen dienen
München (pte) (pte007/29.10.1997/09:16)
In den Entwicklungsländern verpesten Verkehr, Industrie und Kraftwerke die Luft noch weit stärker als in Europa, berichtet die Zeitschrift Kosmos in ihrer aktuellen Ausgabe. Das hat negative Folgen für die Ernten. Tests auf Sojabohnenfeldern rings um Lahore (Pakistan) ergaben, daß das Gewicht der angesetzten Samen je nach Höhe des Ozonspiegels um 32 bis 62 Prozent unter dem von Kontrollen lag. In Indien prüfte man den Einfluß des Schwefeldioxids auf den Weizenertrag in der Umgebung eines Kraftwerkes, das das giftige Gas in großen Mengen ausstieß. Felder in 1,5 Kilometer Entfernung brachten nur die Hälfte des Ertrages von Feldern, die außerhalb der Schornstein-Reichweite lagen. Luftschadstoffe sind in den Entwicklungsländern besonders gefährlich, weil die Bewässerung dafür sorgt, daß die Spaltöffnungen der Blätter die meiste Zeit weit geöffnet sind. So können die Gifte leicht eindringen.Amerikanische Forscher haben unterdessen Kunststoffgele entwickelt, die ihre Farbe ändern, wenn sie auf Chemikalien treffen. Wie "Nature" in seiner neuesten Ausgabe schreibt, könnten die Gele Umweltgifte erkennen oder industrielle Prozesse überwachen. Die Gele bestehen aus einem Netzwerk aus kleinen, nur 100 Nanometern großen Plastikkugeln. Sie sind von einem wassergesättigten Polymer umgeben. Die Forscher können nun das Gel chemisch so verändern, daß es jeweils nur ganz bestimmte Chemikalien aus der Umgebung bindet. Daraufhin ändert sich der Abstand zwischen den Plastikkugeln und das Gel wechselt auf Grund von Lichtbeugungen seine Farbe. Nach Angaben der Forscher sei die neue Methode sehr empfindlich, billig und vielfältig einsetzbar. [Quelle: Science Now] (Ende)
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