business

AUSSENDER



pressetext.austria

Ansprechpartner: ws, email: <A HREF=mailto:redaktion@pressetext.at>redaktion@pressetext.at</A>, Tel. 01/402 48 51


FRüHERE MELDUNGEN

pte19971018010 in Business

Leber und Knorpel aus der Petrischale

Tagung der Zellkulturgesellschaft läßt auf neue Behandlungsmethoden hoffen


Mainz (pte) (pte010/18.10.1997/17:41)

Vor zwei Jahrzehnten galt es noch als Herausforderung, überhaupt menschliche Zellen in eine Laborkultur zu nehmen. Inzwischen gibt es keinen Zelltyp mehr, der sich nicht kultivieren ließe. Gegenwärtig beschäftigen sich die Wissenschaftler sogar damit, Gewebe im Labor zu züchten, das die Funktion von Organen ersetzen könnte.

Professor Norbert Fusenig vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg erläutert: "Das Hauptproblem ist, die Funktion der Zelle, wie sie im Organismus stattfindet, in der Petrischale zu erhalten. Dies ist einer der Gründe, warum wir zu komplexeren Systemen übergehen müssen. Denn diese Funktionen rühren oft aus dem Zusammenspiel von mehreren Zellen oder der Zellen mit ihrer gewebeeigenen Zellsubstanz her."

Aus der Zellkultur wird also eine Gewebekultur, in der gleichzeitig verschiedene Zelltypen am Leben erhalten werden. Allerdings entwickeln sich beispielsweise Leberzellen in ihren embryonalen Zustand zurück, wenn man sie aus ihrem Gewebeverband entnimmt. In diesem Zustand kann man sie zwar in der Laborkultur halten, aber sie erfüllen nicht die spezifischen Leberfunktionen.

Im Rahmen der einer Tagung der Europäischen Zellkulturgesellschaft in Mainz wurde gezeigt, wie Leberzellen durch die Übertragung von bestimmten Genen wieder funktionstüchtig gemacht werden könnten, eine Technik, die sich prinzipiell auf die Kultur von jeder Art von Gewebe übertragen ließe. Kurz vor dem Einsatz steht bereits die künstliche Leber, die im Gegensatz zur künstlichen Niere keine Maschine sondern eine Zellkultur darstellt.

Auch für Rheumapatienten sind neue Behandlungsmethoden zu erwarten, wie Dr. Michael Sittinger vom Deutschen Rheumaforschungszentrum in Berlin erklärt: "Wir haben in erster Linie Knorpelzellkulturen dreidimensional gezüchtet, so daß sie Ersatzgewebe werden. Wir haben jetzt das Ziel, geformte Knorpelgewebe auch beim Patienten einzusetzen, um zum Beispiel ein Ohr zu rekonstruieren. Längerfristig planen wir, die gezüchteten Knorpel auch im Gelenk einzusetzen. Dort ist es natürlich wesentlich schwieriger, weil die Belastung viel höher ist." [Ulrich Thimm] (Ende)
Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: ws, email: <A HREF=mailto:redaktion@pressetext.at>redaktion@pressetext.at</A>, Tel. 01/402 48 51
Website: pressetext.at
|
Top