pte20000604004 in Forschung
Kunstherz als Alternative zu Spenderherz
Titanpumpe "Lionheart" ersetzt Organtransplantation
Würzburg (pte004/04.06.2000/11:00)
Schon in zwei bis fünf Jahren könnten Kunstherzen eine echte Alternative zu Spenderherzen sein. Diese Zeitangaben nannte Ali El Banayosys am Freitag in einem dpa-Gespräch am Rande einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Medizin/HTGCH/KT/Regen.html in Würzburg. Damit seien Patienten mit lebensbedrohenden Herzkrankheiten schon in naher Zukunft nicht mehr allein auf eine Herztransplantation angewiesen, unterstrich der Oberarzt am Herz- und Diabeteszentrum im ostwestfälischen Bad Oeynhausen. http://www.hdz-nrw.ruhr-uni-bochum.de/start/infohdz.htmDerzeit fehlen nach seinen Angaben zur Rettung herzkranker Menschen jährlich 500 Spenderherzen. Kunstherzen seien derzeit in der Erprobungsphase, sagte der Mediziner. Die Verträglichkeit der neuartigen Titanpumpe "Lionheart" (Löwenherz) sei gut. Jetzt werde daran gearbeitet, das Gerät etwa ein Drittel kleiner zu machen und die Energieübertragung zu erhöhen.
Nach Banayosys Angaben wurde das 1,6 Kilogramm schwere, etwa faustgroße Gerät weltweit bisher erst drei Mal eingesetzt. Die Titan-Pumpe arbeitet als erste ohne Kabel nach außen und unterstützt das kranke Herz. Per Induktion lässt sich der Akku über eine Art Gürtel mit Strom speisen. Der Oberarzt hat mit seinem Team in Bad Oeynhausen im vergangenen Oktober das erste Kunstherz aus Titan erfolgreich eingepflanzt. Der 67-jährige Patient konnte im Jänner die Klinik verlassen.
Auch in einem zweiten Fall arbeitete die eingesetzte Titanpumpe zuverlässig, jedoch starb der Patient auf Grund seines schlechten Allgemeinzustandes. Der dritte Kunstherz-Patient steht Banayosys Angaben nach kurz vor der Entlassung. Sechs weitere Kandidaten für das "LionHeart" stünden auf der Warteliste. Bis Samstag treffen sich in Würzburg rund 200 Ingenieure für Medizintechnik aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. (LifeScience) (Ende)
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