pte19971027007 in Business
Krebssterblichkeit in Deutschland sinkt
Neuer Krebsatlas vorgestellt
Bonn (pte) (pte007/27.10.1997/14:47)
Erstmals geht in Deutschland die Krebssterblichkeit zurück. Das belegt der neue Krebsatlas, den das Deutsche Krebsforschungszentrum in Bonn vorgestellt hat. Der Atlas beschreibt die Entwicklung der Sterblichkeitsrate seit Beginn der fünfziger Jahre und zeigt auf farbigen Karten, wie sich die unterschiedlichen Krebsarten bei Männern und Frauen in den Landkreisen und Städten verteilen. Das Wichtigste dabei: Die Sterblichkeitsrate insgesamt geht zurück. Die Ursachen dafür sind in den Änderungen der Lebensgewohnheiten sowie den Verbesserungen bei Früherkennung und Therapie zu suchen.Nur bei wenigen Krebsarten zeigt sich ein umgekehrter Trend. "Dabei handelt es sich um vergleichsweise seltene Tumorarten", erklärt Professor Harald zur Hausen, Leiter des Heidelberger Krebsforschungszentrums. "So etwa die Hirntumore, die Lymphome oder die Melanome. Bei Männern ist Lungenkrebs trotz eines rückläufigen Trends immer noch die häufigste Krebstodesursache, gefolgt von Darm- und Prostatakrebs. Bei Frauen führt Brustkrebs die Todesursachen-Statistik an, während Lungenkrebs mit steigender Tendenz auf Platz drei nach Darmkrebs rangiert. Nach Angaben zur Hausens besteht heute kein Zweifel mehr daran, daß Rauchen der bedeutendste Einzelrisikofaktor für Krebs ist: Zwischen 36.000 und 46.000 der insgesamt 210.000 Krebstodesfälle im Jahr seien allein dem Rauchen zuzuschreiben, darunter befänden sich rund 400 Todesfälle als Folge von passivem Rauchen.
Die Mediziner des Krebsforschungszentrums betonen, daß die meisten Ursachen der Krebssterblichkeit mindestens 20 bis 30 Jahre zurückliegen. Exakte Daten über den Verlauf der Krankheit könne aber auch der Krebsatlas nicht liefern. Es wäre dazu, wie von vielen Forschern trotz datenschutzrechtlicher Bedenken gefordert, ein bundesweites Krebsregister nötig. (Quelle: Harald zur Hausen, Krebsforschungszentrum Heidelberg, Im Neuenheimer Feld, D-69120 Heidelberg, Tel: +49 6221-420) (Ende)
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