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pts20261103020 in Leben

Krebschirurgie neu gedacht

Warum Faszienräume plötzlich wichtig werden


Krebschirurgie neu gedacht (Bild: Adobe Stock)
Krebschirurgie neu gedacht (Bild: Adobe Stock)

Rapperswil (pts020/03.11.2026/11:38)

Was wäre, wenn unser Körper nicht nur aus Organen und Zellen bestünde, sondern aus Vielfalt vernetzter kleiner Funktionsräume? Genau das ist die faszinierende Idee der Leipziger Anatomie um Prof. Hanno Steinke.

Faszien sind nach diesem Verständnis weit mehr als lästiges Bindegewebe. Sie bilden Grenzen, die den Körper in funktionelle Räume gliedern – ähnlich den einzelnen Ästen und Blättern einer Pflanze. Jeder dieser Räume besitzt seine eigene Aufgabe und steht gleichzeitig mit den Nachbarräumen in Verbindung.

Solange diese Ordnung erhalten bleibt, funktioniert der Organismus erstaunlich stabil. Gerät jedoch ein einzelner Raum aus dem Gleichgewicht – etwa durch eine Entzündung oder im schlimmsten Fall durch Krebs –, kann sich die Störung zunächst innerhalb dieses biologischen Raumes ausbreiten. Genau hier setzt eine neue chirurgische Denkweise an.

Leipziger Krebschirurgen betrachten Tumoren nicht mehr nur als Ansammlung entarteter Zellen. Sie fragen vielmehr: Zu welchem Funktionsraum gehört dieser Tumor? Ziel der Operation ist es, den gesamten betroffenen Raum möglichst vollständig «im gesunden Gewebe» zu entfernen und gleichzeitig benachbarte gesunde Räume zu schonen.

Dieses Prinzip wird bereits erfolgreich beim Prostata- und Gebärmutterhalskrebs angewendet. Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen, dass eine präzisere Orientierung an den natürlichen Gewebegrenzen nicht nur die Tumorkontrolle verbessern, sondern häufig auch wichtige Körperfunktionen besser erhalten kann.

Noch ist nicht bewiesen, dass sich dieses Konzept auf alle Krebsarten übertragen lässt. Die Forschung läuft. Doch die Idee fasziniert: Vielleicht entscheidet nicht allein die einzelne Zelle über Gesundheit und Krankheit, sondern ebenso der Raum, in dem sie lebt.

Hanno Steinke ist Keynote Speaker am my health congress vom 14. November 2026 in Rapperswil. Mit spektakulären anatomischen Präparaten zeigt er auf dem LED Giant Screen, warum Faszien weit mehr sind als Hüllgewebe – und weshalb dieses neue Raumdenken die Medizin nachhaltig verändern könnte.

Teilnahme: my health congress 2026 - The Big Five findet in Rapperswil/SG im ENTRA sowie als Stream online statt. Die Teilnahme kostet CHF 280 bzw. 280 Euro.

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