pte20260209004 in Forschung

Kohle aus Orangenschalen reinigt das Wasser

Verfahren der Agraruniversität Shenyang als Lösung für die Problemabwässer von Färbereien


Orangenschalen: Diese können die Umwelt entlasten (Foto: Steward Masweneng, pixabay.com)
Orangenschalen: Diese können die Umwelt entlasten (Foto: Steward Masweneng, pixabay.com)

Shenyang (pte004/09.02.2026/06:15)

Forscher der Agraruniversität Shenyang wandeln Orangenschalen so um, dass sie mit hoher Effizienz Farbstoffe aus den Abwässern, vor allem von Färbereien, entfernen. Das bietet sich an, denn jährlich werden weltweit über 60 Mio. Tonnen Orangen geerntet. Bis zu 50 Prozent davon entfallen auf die Schalen, die bestenfalls kompostiert, meist aber durch Verbrennen oder auf Deponien entsorgt werden. Ein Teil dieser riesigen Abfallmengen wird die Umwelt künftig nicht mehr belasten.

Risiko für Menschen und Ökosystem

Jedes Jahr werden mehr als 700.000 Tonnen synthetischer Farbstoffe produziert, von denen ein erheblicher Teil aufgrund unvollständiger Behandlung der Abwässer in die Umwelt gelangt. Selbst in geringen Konzentrationen können Farbstoffe das für Wasserlebewesen wichtige Sonnenlicht blockieren und schädliche Verbindungen bilden, die Risiken für die Gesundheit von Mensch und Ökosystem darstellen.

Mit Biokohle, die aus organischen Abfällen durch Erhitzen in einer sauerstoffarmen Atmosphäre entsteht, gelingt es bereits, Farbpartikel aus Wasser zu entfernen. Allerdings dauert es sehr lange und viele Farbpartikel flutschen dennoch durch. Die Forscher haben deshalb beschlossen, Aktivkohle, die sie aus Orangenschalen herstellen, durch eine chemische Behandlung noch reaktionsfreudiger zu machen, um auch den letzten Rest Farbe einzufangen.

Ihre modifizierte Orangenschalen-Biokohle entfernt innerhalb von weniger als einer Stunde 97 Prozent der Partikel. Die chinesischen Entwickler glauben, dass sie ihre Biokohle so verändern können, um auch andere Schadstoffe aus Wasser zu entfernen.

Mindestens siebenmal verwendbar

Um die Kohle herzustellen, werden die Schalen gründlich gewaschen, in ein bis zwei Zentimeter große Stücke geschnitten, in einem Umluftofen getrocknet und zu einem Pulver vermahlen. Dieses vermischen die Forscher mit einer Mischung aus Eisenchlorid (FeCl3) und Zinkchlorid (ZnCl2). In einem Ofen mit Stickstoffatmosphäre wird dieses Pulver bei einer Temperatur von bis zu 900 Grad Celsius in klumpige Biokohle umgewandelt.

Diese ist hochporös, hat also Platz für viele Farbpartikel, die durch die Zusatzstoffe stark angezogen und festgehalten werden. Durch Erhitzen auf eine Temperatur, die die Farbteilchen in ein Gas verwandeln, das eingefangen wird, lässt sie die Spezial-Biokohle regenerieren und mindestens siebenmal wiederverwenden.

(Ende)
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