KI-Nacktbilder für die Psyche sehr belastend
Laut Forscher Alex Fisher von der University of Leeds fühlen sich Frauen oft gedemütigt und verletzt
![]() |
KI-Fälschung: psychisch oft schwer belastend (KI-Bild: Wolfgang Eckert, pixabay.com) |
Leeds/London (pte004/19.01.2026/06:15)
Von Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Bilder auf der Basis von echten Fotos können schwere psychische Schäden anrichten, auch wenn bekannt ist, dass die mit der Realität wenig zu tun haben. Davor warnt Alex Fisher von der University of Leeds. Hintergrund ist vor allem "Grok", der KI-Chatbot auf der Social-Media-Website X, der die Kleidung von Menschen auf Fotos entfernt, um sie in Bikinis, in sexuellen Posen oder mit Blut und blauen Flecken bedeckt zu zeigen.
Schäden heruntergespielt
Einige Nutzer von X hätten den Schaden, den diese manipulierten Bilder verursachen, heruntergespielt und sie als "gefälscht", "fiktiv", "höchstens sehr realistische Kunst" und "nicht realer als ein Tom & Jerry-Cartoon" beschrieben. "Aber diese Bilder sind sehr realistisch. Zusammen mit der Frauenfeindlichkeit, die zu ihrer Erstellung motiviert, reicht das aus, um den Opfern erhebliche psychische Belastungen zuzufügen", so Fisher.
Die britische Labor-Abgeordnete Jess Asato und andere Opfer berichten von einem "unheimlichen Gefühl", wenn sie sich selbst sehen - entkleidet von KI. "Natürlich weiß ich, dass es sich um KI handelt, aber die Bilder wirken sehr realistisch, und deshalb ist es wirklich bedrückend, sie zu sehen", so Asato gegenüber der britischen Rundfunkanstalt "BBC".
"Sich selbst digital entkleidet zu sehen, löst starke negative Emotionen aus. Menschen identifizieren sich stark mit ihrem digitalen Erscheinungsbild, weil es so echt aussieht. Obwohl die Opfer wissen, dass diese Bilder gefälscht sind, fühlen sie sich entmenschlicht, gedemütigt und verletzt", verdeutlicht Fisher.
Vorbeugende Regelungen
Die durch KI erzeugten Nacktbilder ähneln laut dem Experten einer anderen weitverbreiteten Form digitaler Frauenfeindlichkeit: der Belästigung und Bedrohung von Frauen in virtuellen Welten. Viele Frauen in Online-Virtual-Reality-Umgebungen berichten, dass ihre Avatare von anderen Nutzern belästigt werden - ein häufiges Problem in Videospielen, das sich durch Virtual-Reality-Headsets noch verschlimmert, da diese ein immersives Erlebnis der Belästigung bieten.
Die Geschädigte taucht gewissermaßen tief in das virtuelle Geschehen ein. "Wir brauchen proaktive Vorschriften, die vorbeugend wirken, statt Gesetze, die erst dann in Kraft treten, wenn der Schaden bereits eingetreten ist", fordert Fisher abschließend. Auch kann ein neues Geschäftsmodell im Zusammenhang mit KI für Verkäufer von Bildrechten unliebsame Konsequenzen haben, wie pressetext berichtete.
(Ende)| Aussender: | pressetext.redaktion |
| Ansprechpartner: | Wolfgang Kempkens |
| Tel.: | +43-1-81140-300 |
| E-Mail: | kempkens@pressetext.com |
| Website: | www.pressetext.com |


